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Die meisten Menschen setzen sich Ziele im Leben, die sie versuchen zu erreichen. Sie wollen die Welt verändern und ihren Traum verwirklichen. Doch oft muss man aufpassen, dass die Welt um uns herum nicht uns verändert. Der bekannte amerikanische Autor Henry David Thoreau gab vor über 150 Jahren seine Stelle als Beamter auf, um in einen Wald zu ziehen und dort alleine in einer selbstgebauten Hütte zu leben. Der See Walden Pond, an dem der Wald lag, wurde durch ihn und sein Werk “Walden oder das Leben in den Wäldern” (Originaltitel: Walden; or, Life in the Woods) weltberühmt. Er beschreibt darin sein Leben in der Natur und warum er der moderenen Industriegesellschaft in den USA der damaligen Zeit den Rücken kehrte.

Als er gefragt wurde warum er diese “Auszeit” macht, antwortete Thoreau: “Ich will sicher gehen, dass die Welt mich nicht verändert.” Er wollte dem “normalen” Leben entfliehen und den Weg zu sich selbst
finden, erfahren wer er ist und was die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind.

Hier ist ein Zitat aus dem Buch: “Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte, was es zu lehren hätte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das leben, was nicht Leben war; das Leben ist so kostbar. Auch wollte ich keine Entsagung üben, außer es wurde unumgänglich notwendig. Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen, so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht Leben war, in die Flucht geschlagen wurde.” (Quelle: Wikipedia)

Das Buch ist wirklich empfehlenswert, um diesen erstaunlichen Selbstversuch von außen betrachten zu können und neue Einsichten zu gewinnen.

Wir denken alle, dass wir die Welt verändern, doch auch die Welt gibt sich große Mühe uns zu verändern. Es ist absolut nichts Falsches daran zu glauben, dass wir die Meister unseres Schicksals sind und bestimmen wohin wir im Leben gehen. Das ist richtig und notwendig. Doch manchmal gehen wir so in der Erreichung unserer Ziele auf oder geraten in ein Hamsterrad, in dem wir ständig laufen, aber nie ankommen. Wenn unsere Umgebung uns zu sehr verändert, verlieren wir uns in unwichtigen Dingen, wie dem Hinterherjagen von Terminen, neuen Überstunden, um weiter aufzusteigen und täglichen Stress. Wenn Sie sich wie ein Hamster fühlen, der ständig herumrennt und nur Stapel Papier abarbeitet, dann haben Sie nicht mehr die volle Kontrolle, sondern die Welt verändert Sie. In einer ähnlichen Situation befindet sich jemand, der sehr von seinen Freunden beeinflusst wird und keine eigenen Meinung zu haben scheint.

Wenn man die Welt verändern will, sollte man mit dem Menschen beginnen, den man jeden Morgen im Spiegel sieht. Und man sollte immer seine Unabhängigkeit bewahren. Es ist Ihr Leben und Sie allein entscheiden, was Sie damit anstellen.

Natürlich können Sie sich nicht vollständig von der Außenwelt abkapseln und dafür sorgen, dass die Welt um Sie herum keinen Einfluss auf Sie hat. Andere Menschen, gute Bücher, neue Erlebnisse, schreckliche Bilder im Fernsehen, kleine Zeichen von Menschlichkeit im Alltag - sie alle verändern uns und wir sind im Grunde jeden Tag eine neue Person, nur in leicht veränderter Form. Die Welt hat immer Einfluss auf Sie, es wäre Unsinn das zu leugnen oder zu versuchen davor wegzurennen. Sorgen Sie jedoch dafür, dass Sie nicht die Kontrolle verlieren und Sie zu sehr von ihr verändert werden, anstatt selbst zu verändern.

Das Beispiel von Henry Thoreau vom Anfang zeigt, dass es viele Wege zur Selbsterkenntnis gibt. Indem sich Thoreau von der Welt zurückzog und einige Jahre nicht zuließ, dass die Welt ihn weiter zu sehr verändert und sein Leben bestimmt, hat er durch sein Buch die Welt verändert. Er hat nicht nur seinem Leben eine neue Richtung gegeben, sondern auch Millionen von Menschen, besonders in den USA
damit stark beeinflusst.

Der heutige Tipp lautet:

Stellen Sie sicher, dass die Welt Sie nicht verändert, sondern das Gegenteil der Fall ist.

Leben Sie Ihr Leben!

Viel Erfolg!

Haris Halkic

 

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  • 2 Kommentare zu “Verändern Sie die Welt, aber… - Newsletter Nr.12 vom 22.05.08”

    1. Martin sagt:

      Ich habe mir auch schon überlegt in die Berge zu gehen aber bisher habe ich noch nicht den Mut dazu gefunden, eigentlich kotzt mich der Tag an, wenn ich morgen aufstehe, die Betons der Häuser und den Schmutz auf der Strasse sehe. Die ganzen Menschen in ihren Autos, die am meinem Fenster vorbei fahren. Wohin beeilen sie sich alle? Geld? Irgendwann werde ich auch zurück zur Natur gehen…

    2. Trapezbleche sagt:

      Ich kann das auch gut verstehen. Jeder Braucht mal eine Auszeit. Vor allem wenn mal mit seinem Alltag nicht mehr klar kommt. Aber gleich in den Walt ziehen, ich weiß nicht also ich würde erst einmal einen ausgiebigen Urlaub machen

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