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Sägen Sie kein Sägemehl - Newsletter Nr.5 vom 8.04.08

Erstellt von Haris am Sonntag 11. Mai 2008 Schrift VERGRÖSSERN

Guten Tag,

am Wochenende habe ich wieder das Buch “Sorge dich nicht - Lebe! von Dale Carnegie gelesen. Er gibt darin viele gute Strategien, für den richtigen Umgang mit Sorgen. Einer der Ratschläge, die mir besonders geholfen haben, ist: “Sägen Sie kein Sägemehl.”

Dale Carnegie sagt, dass wir uns darauf konzentrieren sollten, gemachte Fehler zu analysieren und aus ihnen etwas zu lernen.

Obwohl er wusste, was zu tun war und andere Menschen darin unterrichtete, fiel es ihm schwer selbst danach zu handeln. Er schreibt:

“Es ist mir peinlich, meine Dummheit zugeben zu müssen, doch ich habe schon lange erkannt, dass es leichter ist zwanzig Leuten zu sagen, was sie tun sollten, als einer der zwanzig zu sein, die das, was ich in meinen Kursen lehre, beherzigen.”

Das kann ich nur bestätigen. Es ist einfach einen Blogbeitrag zu schreiben oder anderen Leuten Ratschläge zu erteilen, aber es selbst anzuwenden ist schwer. Bücher schreiben kann im Grunde jeder, aber danach handeln ist eine große Herausforderung.

Deshalb gebe ich mir immer Mühe die Dinge umzusetzen, von denen ich schreibe. Es ist sehr peinlich, wenn man jemandem einen Ratschlag gibt, und dann der Satz kommt:

“Du machst es doch selbst nicht!”

Ein Beispiel ist, wenn ich meiner kleinen Schwester sage, dass sie an die frische Luft gehen soll, aber selbst keine Lust dazu habe und im Haus bleiben will. Am besten ist es, wenn man dem anderen durch Beispiele belehrt anstatt durch leere Worte.

“Ein Gramm Beispiel gilt mehr als ein Zentner guter Worte.”

Franz von Sales

Aber ich schweife ab…
zurück zum Thema:

Sägen Sie kein Sägemehl.

Sich über die Vergangenheit zu ärgern und sich über Dinge Sorgen zu machen, die vorüber sind, ist das Gleiche als würden Sie versuchen Sägemehl zu sägen. Doch das Problem ist, dass dieses Sägemehl bereits gesägt ist und nicht nochmal bearbeitet werden kann. Ihre Arbeit ist damit sinnlos.

Wir müssen Fehler und Unglücksfälle akzeptieren, wenn wir uns auf das Jetzt und die Zukunft konzentrieren wollen. Man könnte es auch anders mit diesem Sprichwort ausdrücken:

“Weine nicht über verschüttete Milch.”

Sich über Dinge, die in der Vergangenheit liegen, Sorgen zu machen und ängstlich oder schlechter Laune zu sein, ist sinnlos, denn Sie haben absolut keinen Einfluss auf die Vergangenheit. Was vorüber ist, ist vorüber.

Sie können die Zeit nicht zurückdrehen - nicht einmal um Minuten oder Sekunden. Sich über die Vergangenheit zu ärgern oder zu sorgen, ist wie über das Wetter wütend zu sein.

“Bist du geduldig in einem Augenblick des Zorns, wirst du dir hundert Tage Kummer sparen.”

Asiatische Weisheit

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die konsequente Anwendung dieses Ratschlags im Alltag eine große Wirkung hat. Im Grunde ist es nur eine Erinnerung im Moment zu leben und positiv zu denken, aber durch das Bild, dass man im Gedächtnis sieht, wenn man an Sägemehl denkt, ist sehr eindrucksvoll.

Erst wenn man in der Phantasie sieht wie lächerlich es ist mit einer Säge Sägemehl sägen zu wollen, wird die eigene Dummheit bewusst und man lacht über sich selbst.

Wenn man beispielsweise den Bus verpasst, ist es oft hilfreich zu sagen: “Säge kein Sägemehl”, um gar nicht erst anzufangen sich zu ärgern. Ich meine damit nicht, dass Sie sich überall Ihrem Schicksal ergeben sollen, sondern dass es bei Dingen, auf die Sie keinen Einfluss mehr haben, besser ist loszulassen.

“Lebe heute - vergiss die Sorgen der Vergangenheit.”

Epikur

Für die meisten Menschen ist es selbstverständlich bei einem Unglück oder einem gemachten Fehler wütend zu werden oder sich zu sorgen, doch meistens handelt es sich nur um Kleinigkeiten. Viele Menschen suchen förmlich nach solchen Dingen, über die sie sich aufregen können.

Vorauf ich hinaus will, ist: Es gibt Probleme, die keine sind.

Es gibt natürlich auch große Schwierigkeiten und Tragödien, aber wenn wir keinen Einfluss auf sie haben, dann bringt es auch nichts sich darum zu sorgen. Sorge und Kummer hat noch nie etwas bewirkt.

Lassen Sie deshalb Vergangenes ruhen und leben Sie Ihr Leben jetzt. Sägen Sie bitte kein Sägemehl.

Leben Sie Ihr Leben!

Viel Erfolg!

Haris Halkic

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  • 7 Kommentare zu “Sägen Sie kein Sägemehl - Newsletter Nr.5 vom 8.04.08”

    1. Angela sagt:

      Fein, dass du deine Newsletter nun auch auf deiner Website veröffentlichst.

      Zum neuesten von heute (Unterbewusstes) hätt´ ich gleich mal eine Anmerkung oder Frage. Wie sieht´s aus, wann veröffentlichst du ihn?

      Pfingstlich grüßt
      Angel

    2. Haris sagt:

      Den heutigen werde ich in einem Monat veröffentlichen.

      Falls Du nicht so lange warten willst, kannst Du ihn schon jetzt auf Deinem Blog veröffentlichen (bitte, mit Link ;-) )

      Schöne Feiertage.

    3. Angela sagt:

      Wie kommst denn darauf, dass ich deinen Newsletter in meinem Blog veröffentlichen würde? Das gäb doppelten Content in einem Monat.

    4. Haris sagt:

      Sorry, war nur so eine Idee, weil Du früher einmal deswegen gefragt hast, oder habe ich mich hier auch geirrt?? Verspreche mich für heute mit vorschnellen Urteilen zurückzuhalten ;-)

    5. Angela sagt:

      So reflektiert wie du deine Newsletter und Artikel schreibst, hast du vermutlich auch irgendwo hingeschrieben, wozu du eigentlich Millionär werden willst.

      Bis wann du dein Ziel erreicht haben willst, klar, sonst ist es keins, und was du dann mit dir und deinem Leben vorhast.

      Ich hab´s noch nicht gefunden, wo du genauer erzählst, was du vorhast.

      Da morgen immernoch Pfingsten ist:

      Pfingstgrüße

      von Angela

    6. Haris sagt:

      Das Ende eines guten Films sollte man nicht vorher verraten, oder?

      :-)

    7. Tobi sagt:

      Habe gerade diesen Artikel gelesen und finde ihn sehr gut.

      Mir ist nach dem lesen auch noch ein Zitat von Dostojewski eingefallen.

      “Bevor ihr den Menschen predigt, wie sie sein sollen, zeigt es ihnen an euch selbst.”

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