Mit der Informationsflut umgehen
23. September 2008Vielleicht kennen Sie das. Sie wollten und sollten eigentlich etwas Bestimmtes tun, vielleicht einen Blogbeitrag schreiben oder etwas Sport treiben, aber irgendwie kommt immer etwas Interessantes dazwischen. Ich spreche hier nicht von den üblichen Ablenkungen wie Fernsehen oder Onlinegames spielen (darüber habe ich im Artikel “Aufschieberitis bekämpfen” geschrieben”), sondern davon sich von der Informationsflut überwältigen zu lassen.
Wir leben in der tollsten aller Zeiten - alle Informationen stehen uns zur Verfügung und wir können alles lernen, wenn wir wollen. Doch gleichzeitig ist dieses riesige Angebot auch lähmend. Es gibt soviel Wissen in Form von Büchern, PDF-Reports, Videos, Interviews, Coachings und vielem mehr, dass wir die vielen Möglichkeiten gar nicht wahrnehmen können, auch wenn wir uns nur für ein bestimmtes Gebiet, wie Persönlichkeitsentwicklung, interessieren. Allerdings hängt die Lähmung durch zuviel Information nicht mit der tatsächlichen Menge zusammen, sondern mit dem Menschen.
Man könnte es auch so ausdrücken: Es gibt zwei Arten von Menschen - solche, die alles vorher wissen und analysieren wollen, und solche, die handeln. Diejenigen, die es mit dem Informationskonsum manchmal übertreiben, sind bei weitem in der Überzahl. Und es ist nicht so, dass die Eigenschaft viel Neues lernen zu wollen etwas Schlechtes wäre, sondern das Problem ist, dass ohne die dazugehörigen Handlungen kein Erfolg entstehen kann. Dieser Zustand ist aber immernoch besser als der, wo man kein Interesse am Lernen hat und sich keine Ziele im Leben setzt.
Meistens sind die Menschen, die sich durch das Informationsangebot lähmen lassen, weil sie versuchen jeden Blog und jedes Buch zu lesen, jede Dokumentation zu schauen und jeden Audiokurs zu hören, nicht faul, sondern ganz im Gegenteil sehr fleißig und hartnäckig. Doch dieser Information Overload ist sehr schädlich. Mir gefällt besonders der amerikanische Begriff Analysis Paralysis. Er drückt aus, dass man durch zuviel Nachdenken und Lernen nicht vorankommt, wenn das Handeln ausbleibt. Eine Sache ist sehr wichtig:
Viel Wissen ist nicht gleich viel Erfolg.
Ich zähle selbst eher zu der Art von Menschen, die mehr Lernen und mehr Information konsumieren als Ihnen gut tut. Man hat nur 24 Stunden am Tag, um seine Ziele zu erreichen, und wenn man die Hälfte davon mit Lesen von Erfolgsgeschichten, Lernen von Neuem und Nachdenken und Planen verbringt, kommt man nicht voran. Ich gebe mir Mühe meinen Fokus mehr auf das Handeln zu verlagern, aber ich gebe zu, dass es nicht immer klappt.
Es gibt einfach einen Punkt, von wo an mehr Wissen nicht weiterhilft.
Man kann 100 Bücher über Zeitmanagement lesen, aber wenn man die beschriebenen Strategien nicht umsetzt, passiert nichts. Genauso ist es beim Geldverdienen, Bloggen und Abnehmen. Ich frage mich manchmal was die Gründe für diese Lähmung durch zuviel Information sind.
Eine mögliche Erklärung ist vielleicht, dass uns in der Schule beigebracht wird, dass wir durch Lernen vorankommen. Dort gibt es kein Ausprobieren, kein Trial and Error, sondern man bereitet sich auf die Klausur vor und je nachdem wie gut man das macht, werden die Ergebnisse. In der Wirklichkeit läuft das Ganze etwas anders. Jeden Tag ist Klausurtag und durch Vorbereitung allein, geschieht nichts, denn es erscheint nicht eines Tages jemand, der eine Prüfung zum Thema vorlegt. Ich denke viele tragen diese Einstellung vom Lernen und Vorbereiten noch im Erwachsenenalter mit sich.
Ein Grund ist sicherlich auch die Zunahme an Informationen. Es werden jede Sekunde mehr Videos, Ebooks und Blogposts geschaffen. Es gibt viele interessante und viele uninteressante Quellen - allein das Sortieren kann manchmal Stunden in Anspruch nehmen.
Ein weiterer Grund ist, dass es einfach ist. Es ist viel einfacher über das Reichwerden zu lesen oder Videos über das Internet Marketing zu schauen als von der Couch aufzustehen und etwas zu unternehmen. Wissen gibt uns irgendwie ein falsches Gefühl der Sicherheit - wir fühlen uns schlauer und weiser, aber vergessen, dass die Ansammlung von Wissen allein nutzlos ist.
Wissen und Information ohne die nachfolgenden Taten sind machtlos.
Und wenn wir schon beim Thema Informationsflut sind…
Ein Punkt, den man verringern oder ganz eleminieren kann, sind Nachrichten. Wenn wir ehrlich sind, dann haben wir absolut nichts davon, dass wir jeden Abend die Tagessschau sehen oder in Zeitungen und auf Onlineportalen lesen, was auf der Welt passiert. Wir brauchen diese Informationen nicht, um ein glückliches und erfolgreiches Leben zu führen und falls wir sie brauchen (wenn wir in eine Partei eintreten wollen oder ins Ausland reisen), dann ist es kein Problem die notwendigen Informationen zu besorgen.
Es ist für mich immer wieder erstaunlich wieviel tolle und oft kostenlose Informationen es heute gibt. Allein Wikipedia ist eine unglaubliche Wissensquelle. Doch das Problem ist die Neugier nicht unter Kontrolle zu bringen und sich für alles und jeden zu interessieren. Die neuesten Kinocharts, die Probleme der Promineten und die Terroranschläge aus dem nahen Osten stellen keine für Sie verwertbaren Informationen dar. Sie werden nicht schneller mit Ihren Aufgaben fertig oder Ihre Ziele schneller errreichen, wenn Sie dieses Wissen besitzen.
Früher haben die Menschen Ergebnisse ihrer Arbeit gesehen und man konnte genau einschätzen welche Handlung wozu führt. Ein Bauer wusste, dass die Bestellung der Felder notwendig ist, um im Herbst ernten zu können. Ein Bäcker weiß genau welche Zutaten er braucht, um das Brot gelingen zu lassen. Aber wie steht es mit einem Selbstständigen Powerseller bei Ebay oder einem Ebookautor? Anders ausgedrückt: Wie bestimmt man den Wert von Ideen und Information? Wie bestimmt man den Stundenlohn eines Denkers? Die Auswirkungen vom Lesen eines Buches oder verstehen einer Idee lassen sich nicht vorher und für alle Menschen festlegen. Darin liegt auch die Schwierigkeit zu erfahren was bei uns funktioniert. Es gibt viele Motivationstipps, viele Wege zum Erfolg und viele Möglichkeiten berühmt zu werden, aber wie erfahren wir welche bei uns wirken? Nur indem wir sie ausprobieren.
Jeder hat schon einmal erlebt wie er sich durch zuviel Information und möglicherweise auch den daraus entstehenden vielen Möglichkeiten selbst am Weiterkommen gehindert hat.
Aber was kann man dagegen tun?
Zuerst einmal muss man verstehen, dass der übermäßige Konsum von Infomationen jeglicher Art zur Sucht führen kann und eine schlechte Angewohnheit ist. Man muss also daran arbeiten mehr zu Handeln und weniger zu lernen. Das geschieht nicht über Nacht, aber es wird mit der Zeit besser. Man muss sich bewusst machen, dass es viel schwieriger ist zu Tun als passiv zu bleiben, das ist auch der Grund warum es so wenige Leute schaffen ein bestimmtes Ziel zu erreichen, obwohl sie alle Regeln, Geheimnisse und Erfolgsgesetze kennen. Wissen ist nur eine Seite der Medaille.
Viele Menschen verwechseln Handeln mit Wissen ansammeln. Es ist zwar richtig, dass man beim Lesen oder dem Schauen von einer Wissenschaftssendung im Fernsehen etwas lernt, aber diese Aktivität erzeugt in den seltensten Fällen ein Ergebnis. Welchen Sinn macht es denn ein Buch über das Stricken aus der Bücherei auszuleihen, wenn man nicht beginnt zu stricken? Welchen Sinn macht es auf einem Blog über Suchmaschinenoptimierung zu lesen, wenn man das Gelernte nicht anwendet? Es hilft, wenn man sich bewusst wird, dass man wieder auf Informationssuche ist und welche Zweck sie hat. Hat sie keinen, sollte man damit aufhören.
Wenn Sie warten bis Sie alles wissen, dann werden Sie niemals etwas tun und Ziele erreichen.
Man sollte grundsätzlich darauf achten mindestens genauso viel anzuwenden wie man lernt. Das ist nicht leicht. Es ist leicht Informationen zu konsumieren. Es ist leicht diesen Beitrag zu überfliegen. Und es ist leicht zu lesen, dass Affirmationen gut sind, aber es ist eine ganz andere Sache sich jeden Tag zu überwinden seine Affirmationen tatsächlich zu sprechen.
Eine Methode, die mir sehr hilft, ist die Kalendermethode. Je nachdem, was mein langfristiges Ziel ist, sorge ich dafür, dass ich jeden Tag Dinge tue, die mich diesem Ziel näher bringen. Falls jemand also abnehmen möchte, würde er sich bemühen jeden Tag entweder auf Schokolade zu verzichten oder etwas Sprot zu treiben. War er erfolgreich, dann macht er ein Kreuz auf seinem Kalender - falls nicht, gibt es kein Kreuz.
Es ist relativ schwer sich in den ersten Wochen zu disziplinieren, aber nach einiger Zeit dient das verdiente Kreuz am Abend als Belohnung und man ist stolz auf sich und darauf einen weiteren Tag erfolgreich gewesen zu sein. Am Anfang sollte man die Messlatte nicht zu hoch legen.
Falls man sich beispielsweise das Ziel gesetzt hat einen guten Schulabschluss zu machen, würde man sich jeden Abend vor dem Zubettgehen fragen: “Hast du heute ausreichend Dinge getan, die dafür sorgen, dass du deinem Ziel näher kommst und einen guten Schulabschluss erreichst?” Kann man die Frage ehrlich mit JA beantworten, macht man ein Kreuz auf dem Kalender. Das Ziel bei der Kalendermethode ist eine möglichst lange ununterbrochene Kette zu schaffen, die letztendlich mit dem wachsenden Erfolg gleichzusetzen ist. Mir gefällt diese Methode viel besser als irgendwelche komplizierten Ordnersysteme - sie ist einfach, schnell und auch für Kinder geeignet.
Leben Sie Ihr Leben!
Viel Erfolg!
P.S: Wollen Sie die Schlüssel zur Motivation erfahren und Ihrem Leben neue Energie verleihen? Bestellen Sie JETZT diesen Kurs und Sie werden überrascht sein…

23. September 2008 um 14:40
ja genau, man muss sich echt jeden verdammten tag an seine ziele erinnern!