Meine To-Spaß-Liste
22. Mai 2008Heute wollte ich mich zwingen einen Blogbeitrag zu schreiben. Ich setzte mich vor den PC und ich hatte überhaupt keine Lust. Außerdem fiel mir nichts ein. Deshalb nahm ich einige Bücher zur Hand, um auf Ideen zu kommen und darin Inspiration zu finden, aber auch dass machte mir nicht besonders viel Spaß und ich war nicht richtig bei der Sache. Doch ich wollte unbedingt diesen Beitrag schreiben, schließlich kann ich doch nicht einfach einige Tage auslassen, schließlich muss ich doch diszipliniert bleiben. So vergingen einige Stunden und ich kam nicht wirklich weiter, sondern es wurde nur schlimmer, denn ein alter Bekannter meldete sich: die innere Stimme, die mich zum Aufschieben überreden wollte. Auf der anderen Seite war die Stimme der Disziplin und so fing der ganze Unsinn mal wieder an. Sie stritten sich und ich saß dazwischen fest.
Außerdem hatte ich noch soviele Dinge zu erledigen, noch soviel geplant, dass ich am liebsten gar nicht daran denken mochte, wie und wann ich das noch schaffen soll. Schließlich muss ich doch hart arbeiten, wenn ich mein Ziel erreichen will und überhaupt Pausen sind auch nicht hilfreich dabei. Ich wusste zwar, dass dieses Denken und sich unter Druck setzen ein Teufelskreis ist und nichts Gutes dabei herauskommt, aber mir fiel nichts Besseres ein. Es gibt immer noch etwas, das man erledigen muss, eine neue Idee, die man unbedingt ausprobieren muss, eine Email, die man schreiben muss, usw. Mit einem solchen Denken setzt man sich selbst in ein Hamsterrad und fängt an zu laufen, ohne jemals ein Ziel zu erreichen und, was noch wichtiger ist, ein ohne Gefühl von Glücklichsein und Zufriedenheit zu erreichen.
Ich dachte ständig an die vielen Dinge, die ich noch danach erledigen muss und dass ich mir erst etwas Erholung gönnen kann, wenn alles fertig ist. Und auch meine Zielvorgabe eine Million zu verdienen setzte mich unter Druck, denn schließlich wollte ich es anderen und mir selbst beweisen. Doch mir fehlte irgendwie die Motivation, irgendetwas hielt mich zurück und ich hatte Zweifel.
Dann kam mir so etwas wie eine Erleuchtung (passiert nicht oft, aber es ist toll, wenn es geschieht). Wollt ich mein Ziel so schnell wie möglich erreichen und wozu wollte ich das? Und was dann? Würde ich mir danach nicht ein noch größeres Ziel setzen und weiterrennen in meinem Hamsterrad? Vor allem die Frage, wie ich mein Ziel erreichen möchte, ließ mich auf den richtigen Weg zurückkehren. Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, machte es mir sehr großen Spaß; in den ersten Wochen konnte ich vor Aufregung nicht einschlafen. Die Begeisterung hat zwar inzwischen etwas nachgelassen, aber es macht mir immernoch großen Spaß, außer wenn ich mich unnötig unter Druck setzen. Wo steht den geschrieben, dass ich jeden zweiten Tag etwas veröffentlichen muss? Ist es wegen Google oder der Verpflichtung den Leser gegenüber? Nun, Google ist eine Maschine und von denen lasse ich mir meinen Tagesablauf nicht gerne diktieren und was die Leser betrifft, denke ich, dass sie zufriedener sind, wenn 1-2 gute Artikel pro Woche kommen als jeden Tag ein mittelmäßiger.
Mir ist vor allem aufgefallen, dass ich mich in letzter Zeit durch die vielen Möglichkeiten selbst gelähmt habe und fragend nach dem nächsten Projekt Ausschau gehalten habe, dass ich durchführen sollte. Es hört sich zwar komisch an, aber die unbegrenzten Möglichkeiten unserer Welt und die vielen Ideen, die ich hatte, beschränkten mich in Wirklichkeit, da ich immer mehr Dinge auf meine To-Do-Liste setzte und das Gefühl hatte, dass Sie mich irgendwann erschlagen würde. Die Liste wuchs und ich wurde kleiner.
Die Erkenntnis, die ich an diesem Tag erlangt habe, ist, dass ich die Dinge, die ich vorhabe nicht nach dem Potential, der Möglichkeit auf Gewinn oder den späteren Vorteilen tun sollte, sondern allein aufgrund der Tatsache, dass sie mir Spaß manchen. Ab jetzt werde ich die Projekte danach ordnen wieviel Freude sie mir bereiten und ab heute heißt meine To-Do-Liste (ich mache keine wirklichen Liste, sondern habe sie nur im Kopf) To-Spaß-Liste. So hörte ich an diesem Nachmittag auf mir den Kopf darüber zu zerbrechen wie ich einen guten Blogbeitrag schreiben kann und wie ich Ebooks verkaufen kann und vieles mehr, sondern ich fragte mich, was mir in diesem Augenblick am meisten Spaß machen würde.
Die Antwort war: Einen Text von einem meiner Lieblingsautoren James Allen zu lesen und zu übersetzen. Das tat ich auch und die Stunden verflogen wie Minuten. Kein Gefühl mehr von Zwang, Anstrengung oder Arbeit. Ich nahm mir vor, dass ich mein Ziel von einer Million so erreichen will und nicht als ein Hamster in einem Rad. Wenn ich das wollen würde, würde ich mir einen “normalen Job” suchen. Ich will mein Ziel lächelnd erreichen, anstatt darauf zu hoffen irgendwann wenn ich es schon erreicht habe etwas zu lachen zu haben. Ich will, dass die Erfüllung dieses Traums ein großes Abenteuer wird und nicht bloß etwas in meinem Lebenslauf, dass ich mir erarbeitet habe. Sollte nicht das ganze Leben ein großer Spaß sein und sollte man sich bei der Arbeit nicht so fühlen wie als Kind im Sandkasten?
Ein Bild, das ich irgendwann auf meinem PC gespeichert habe, hat mich auf die richtige Fährte gelockt. Das ist es:

Es zeigt den Seestern Patrick aus der Trickfilmserie “Spongebob Schwammkopf” wie er seine To-Do-Liste durchgeht. Diese Serie habe ich früher oft mit meiner kleinen Schwester geschaut und ich dachte mir immer, dass ich wie Patrick und Spongebob sein will, anstatt wie der ständig schlechtgelaunt und fluchende Tadäus. Ja, ich weiß, es ist nur ein Trickfilm, aber dennoch enthält er viel Wahrheit. Spongebob liebt seinen Job und ist immer gut gelaunt, während Tadäus seine Arbeit hasst und jeden Tag seines Lebens verflucht. Er meckert ständig und beschwert sich über alles und jeden. Was Patrick macht, weiß ich auch nicht genau. Wahrscheinlich könnte man es als eine Art Selbstständigkeit bezeichnen, denn er liegt die meiste Zeit unter einem Stein und schläft. Im Großen und Ganzen genießt er das Leben und lässt es sich gutgehen.
Ich erinnerte mich, dass ich niemals ein Tadäus werden wollte, sondern Spaß an den Dingen haben wollte, die ich tue. Als erstes strich ich alle Pläne und Geschäftsideen durch, die ich mir vorgenommen hatte, aber die mir nicht wirklich Spaß machen würden. Die Möglichkeiten, die sich uns bieten sind zwar unbegrenzt, aber unsere Fähikgkeiten und unsere Zeit sind begrenzt. Wozu also Zeit und Energie an Dinge verschwenden, die uninteressant sind. Wenn ich mit der Übersetzung fertig bin, lese ich vielleicht ein Buch oder gehe wandern.
Jedenfalls lasse ich mich von meinen eigenen Zielen und Aufgaben nicht mehr unter Druck setzen. In den letzten Wochen habe ich zuviel in Dollars und Euros gedacht und zuwenig an das Glücklichsein und das Wohlbefinden. Als ich damit aufhörte und die Frage stellte: “Was würdest du jetzt tun, wenn dich dafür niemand bezahlen würde, wenn du es einfach für dich und aus Spaß an der Sache tun würdest?” Die Antwort war einen motivierenden Text von James Allen zu lesen und zu übersetzen. Was ich als nächstes machen werde, weiß ich noch nicht, je nachdem wozu ich Lust habe. Mein Ziel vom Reichtum habe ich nicht aufgegeben, ich bin nur von der Autobahn auf einen leisen Pfad im Wald gewechselt, wo mir die Reise mehr Spaß macht.
Ich hoffe Sie verzeihen mir, dass ich in diesem Beitrag fast nur von mir geredet habe.
Leben Sie Ihr Leben!
Viel Erfolg!
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