Aufschieberitis bekämpfen - Wie man lästige Ablenkungen vermeidet
Erstellt von Haris am Samstag 3. Mai 2008 Schrift VERGRÖSSERN
Eigentlich wollte ich ein Buch lesen, doch stattdessen habe ich kurz bei youtube.com reingeschaut und anschließend die neuesten Schlagzeilen gelesen und daraufhin ein wenig Musik gehört. Bevor ich anfangen konnte zu lesen, waren zwei Stunden vorüber und ich musste zu einem Termin - das Lesen musste für heute ausfallen. Anschließend habe ich mit die Frage folgende Frage gestellt: Warum verfallen wir Menschen einer Ablenkung so leicht und warum lassen wir uns so gerne unterhalten? Sie kennen das bestimmt:
Sie wissen genau, dass Sie an einem Projekt weiterarbeiten oder joggen sollten, aber irgendwie wollen Sie nicht richtig und suchen nach Ablenkungen, um die Sache möglichst lange hinauszuschieben. Sie wollen nur kurz ein Lied auf dem Ipod hören oder ein lustiges Video auf youtube anschauen. Daran ist nichts auszusetzen. Niemand kann sich die ganze Arbeitszeit lang konzentrieren und wir brauchen etwas Abwechslung. Das Problem ist nur, dass aus einem Song oder einem Video meistens mehrere werden und wir eine Stunde später bemerken, dass wir nichts geleistet haben.
Wir wissen genau, dass die Aufgabe, die wir uns vorgenommen haben, gut für uns ist und in der Zukunft Früchte tragen wird, aber dennoch sabotieren wir uns selbst und lassen den inneren Schweinehund gewinnen. Für dieses Verhalten gibt es meiner Meinung nach verschiedene Gründe, die ich anführen möchte. Anschließend erfahren Sie welche Möglichkeiten es gibt dagegen etwas zu tun.
1. Es gibt unzählige Ablenkungen in unserer Welt. Wenn wir unser Emailpostfach kontrollieren, sehen wir Schlagzeilen auf der Startseite von msn.de oder web.de, die uns möglichst lange auf der Seite halten sollen. Wenn wir ein Videoportal besuchen, werden wir von einer Flut von interessanten und witzigen Videos getroffen und auch auf dem Mobiltelefon gibt es unzählige Ablenkungen, die es auf unsere Aufmerksamkeit abgesehen haben.
Von allen Seiten werden wir mit Informationen, Leuchtreklame und Bannern bombardiert. Im Internet ist der Effekt noch viel stärker als beim Fernseher oder Radio, weil es dort einen geregelten Ablauf gibt und wir uns in einem Augenblick auf eine Sache konzentrieren können. Beim TV sehen wir nur eine Szene und beim Radio hören wir nur einen Satz zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bei Nachrichtensendern sieht es etwas anders aus, denn dort kommen die Informationen von mehreren Bereichen (Börsenticker, Nachrichtenticker, normales Programm).
Im Internet ist es noch viel komplizierter, denn dort sehen wir nicht 3 Nachrichten zur selben Zeit, sondern dutzende. Wir möchten auf 10 verschiedene Dinge zur gleichen Zeit klicken und die Gefahr ist groß, dass wir uns verirren.
2. Wir lieben es unterhalten zu werden. Schon die Könige im Mittelalter wussten es zu schätzen am Hof von Akrobaten und Tänzerinnen unterhalten zu werden. Es ist sehr angenehm sich zurückzulehnen zu können und Videos oder Fernsehen zu schauen und zu entspannen. Wir sind Menschen und haben gerne Spaß - es ist ein natürliches Bedürfnis sich unterhalten zu lassen. Eine der besten Alternativen, wenn wir zuhause allein sind, ist nunmal den Fernseher einzuschalten oder sich im Internet über Star Wars Kid lustig zu machen.
Außerdem lachen wir gerne und über einen Mangel an Material können wir uns wirklich nicht beklagen. Eine ganze Industrie hat es sich zur Aufgabe uns zu unterhalten, zum Lachen zu bringen und im Sofa vor dem Bildschirm zu halten. Und schließlich müssen wir dieses unglaubliche Angebot doch auch ausnutzen, oder? Wozu haben wir denn sonst Kabelfernsehen und eine DSL-Verbindung?
3. Mangel an Disziplin. Es gibt Zeiten, wenn wir sehr diszipliniert sind und Zeiten, in denen wir uns gehen lassen. Die wenigsten Menschen können ein hohes Niveau von Selbstdisziplin lange Zeit aufrechterhalten, besonders wenn Sie niemand dazu zwingt (Lehrer, Kollegen, Chef, Kinder). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Zeit der geringen Selbstkontrolle vor allem abends und vor dem Schlafengehen auftritt. Vielleicht sind wir ja durch das Fernsehen mehr beeinflusst worden als wir glauben, oder ist es Zufall, dass wir um 20.15 Uhr in der Stimmung für Fernsehen sind? Hinzu kommt die natürliche Dunkelheit nachdem die Sonne untergegangen ist.
Die Fähigkeit einfach anzufangen, ohne langes Planen und Überlegen, ist auch eine Form von Disziplin, denn sobald wir uns dazu bringen loszulegen, geht der Rest meistens wie von alleine. Hinzu kommt unsere innere Stimme (=innerer Schweinehund), die uns einredet nur kurz nachzusehen. Wenn wir ein Projekt beenden sollten, sagt sie: “Ein kurzes, lustiges Video im Internet wird dich entspannen. Gönn’ dir doch mal etwas!” Wenn wir eine Diät einhalten wollen, sagt dieselbe Stimme möglicherweise: “Es ist doch nur ein Keks. Ein kleines Stück hat noch niemandem geschadet.” Das Problem ist jedoch nicht der erste Bissen oder die erste kleine Ablenkung, sondern, dass danach meistens viele weitere folgen.
Diese Stimme in uns versucht uns ständig zu verführen und in die Irre zu führen. Es ist wie in den Zeichentrickfilmen, die wir aus der Kindheit kennen. Ein kleiner Engel sitzt auf der rechten Schulter und sagt uns, dass wir uns an die Arbeit machen sollen. Auf der anderen Schulter sitzt ein kleiner, roter Teufel, der uns ständig einredet uns gehen zu lassen und den einfachen, angenehmen und faulen Weg zu gehen. Je nachdem wie oft wir den Engel bzw. Teufel gewinnen lassen, sagt das viel über unsere Selbstdisziplin aus. Leute, bei denen der Teufel den Ton angibt, sind meistens nicht sehr diszipliniert oder erfolgreich.
4. Wir versuchen wegzurennen. Obwohl wir uns die Verwirklichung unserer Träume sehr wünschen und reich, erfolgreich, glücklich und beliebt sein wollen, zögern wir davor die notwendigen Schritte zu unternehmen. Einerseits haben wir Angst zu versagen, aber erstaunlicherweise fürchten wir uns manchmal auch davor unsere Ziele zu erreichen. Müssen wir dann nicht noch mehr arbeiten, um den Erfolg zu sichern und wozu die ganze Schufterei, wenn wir nicht wirklich wissen, ob es sich lohnt?
Außerdem versuchen die meisten Menschen harter Arbeit aus dem Weg zu gehen. Sie glauben, dass sie langweilig und sehr anstrengend ist und im Gegensatz zu ihrem Wunsch nach Aufregung und Genuß im Leben steht. Ist es nicht erstaunlich wie wir uns selbst im Wege stehen? Wir wollen etwas, aber versuchen den ersten Schritt auszulassen, der zum Ziel führt. Wir wollen gleich zu Schritt 2 kommen und wenn das nicht passiert, sind wir enttäuscht und sehen es nur als weitere Bestätigung an, dass es besser ist sich zu vergnügen und nichts zu tun.
Im Grunde sind wir selbst unser größter Feind. Deshalb ist jemand, der sich selbst besiegt unaufhaltsam und unschlagbar. Doch ganz so einfach ist es auch wieder nicht, denn wir können uns nicht eines Tages selbst bezwingen und die Sache ist für immer erledigt. Vielmehr müssen wir jeden Tag in den Kampf ziehen und wir werden nicht immer siegreich sein, aber wenn wir es sind, gewinnen wir Zuversicht und Stärke und sind für das nächste Mal besser gerüstet.
“Wer andere kennt, ist klug.
Wer sich selbst kennt, ist weise.
Wer andere besiegt, hat Kraft.
Wer sich selbst besiegt, ist stark.”
Laotse
5. Es ist leichter der Versuchung nachzugeben als hart zu arbeiten bis man vor Müdigkeit einschläft. Es ist viel angenehmer im Internet zu chatten oder sinnlose Videos zu schauen als seinen Trainingsplan einzuhalten oder ein Buch zu lesen. Der Grund dafür ist, dass man weniger Energie für diese Tätigkeiten braucht. Der Körper verbraucht nicht gerne Energie, wenn er nicht muss, und das schließt sowohl physische Bewegung ein als auch geistige Arbeit. Wir folgen gerne der Linie des geringsten Widerstandes.
Das ist wie bei einer Katze, die ständig mit Leckereien gefüttert wird und sich überhaupt nicht bewegen muss. Sie nimmt zu und wird träge. Ein freilebende Katze hingegen ist schlank, schnell und aufmerksam, denn sie muss sich ihre Beute meistens selbst fangen und wer schon einmal eine Maus beobachten konnte, weiß wie schnell sie sind.
Außerdem ist es leichter in der Gegenwart zu bleiben und nicht an die Folgen seiner Handlungen zu denken. Wozu sich über das Morgen Gedanken machen, wenn man jetzt Spaß hat? Dieses ziellose In-den-Tag-hineinleben ist sehr gefährlich und genau das, was Ihr innerer Schweinehund möchte.
Das sind im Großen und Ganzen die Ursachen für Aufschieberitis und unsere Unfähigkeit das zu tun, was getan werden muss, um ans Ziel zu gelangen. Welche Maßnahmen können wir unternehmen, um diese schlechte Gewohnheit zu bekämpfen? Wie können wir zur schlanken Katze werden, der keine Maus entkommt?
1. Beschränkung der Medienzeit. Die Zeit, in der wir Zugang zum Internet haben oder wenn der Fernseher läuft, ist potentiell gefährlich, da wir den vielen Einflüssen ausgesetzt sind. Gegen die Ablenkung können wir nichts unternehmen - sie sind immer da. Deshalb sollten wir die tägliche Zeit, in der wir bestimmte Medien benutzen, einschränken. Beispielsweise könnten Sie sich ein Limit von 4 Stunden beim PC setzen. Nach dieser Zeit wird der Computer ausgeschaltet und erst am nächsten Tag gibt es neue PC-Zeit.
Dadurch werden Sie gezwungen Ihre Arbeit zuerst zu erledigen und sich auf das Wichtige zu konzentrieren. Wenn Sie die 4 Stunden auf youtube verbringen, schaffen Sie Ihren Blogbeitrag nicht mehr und haben für heute Pech gehabt. Bei dieser Methode ist es besonders wichtig, dass man diszipliniert bleibt und keine Ausnahmen von der Regel erlaubt. Achten Sie am Anfang darauf die Zeit nicht zu knapp zu bemessen, weil Sie zu ehrgeizig sind, sondern fangen Sie mit kleinen Schritten an. Später können Sie die Zeit nach und nach verringern.
Sehr hilfreich dürfte bei diesem Vorhaben die Kalendermethode sein, wo Sie für jeden erfolgreichen Tag ein Kreuz im Kalender machen und sich darauf konzentrieren die Kette der Kreuze nicht zu unterbrechen. Die Beschränkung der Medienzeit dient vorrangig dazu den Beschuss mit Informationen und der Unterhaltung zu reduzieren und sie unter Kontrolle zu halten. Das ist vergleichbar mit der Stoßlüftung beim Fenster (alles kommt hinein –> viele Infos/Ablenkungen) und der Kipplüftung (nur eine bestimmte Menge kommt durch –> geregeltes Maß an Informationen).
2. Sie können nicht alles nutzen. Auch wenn Sie 300 TV-Kanäle haben, heißt das noch lange nicht, dass Sie deshalb länger fernsehen müssen als jemand mit 3 Programmen. Eine DSL-Flat-Verbindung zum Internet bedeutet nicht, dass Sie den ganzen Tag Zugang zum Internet haben müssen.
So sehr Sie sich anstrengen, Sie werden nicht überall sein können und alle Informationen wahrnehmen können, die interessant für Sie sind. Das Schlimme daran ist, dass es wirklich viele gute Inhalte im Internet gibt, viele kostenlose Ebooks, lehrreiche Videos und Onlinekurse, die Sie nicht nutzen können, weil Ihr Tag zu kurz ist. Es ist einfach zuviel. So sehr Sie es versuchen, Sie werden nicht alles unterbringen können.
Und verabschieden Sie sich von der Vorstellung, Sie müssten immer auf dem Laufenden sein und immer über die Neuigkeiten bescheid wissen. Das versuchen Ihnen vielleicht die Nachrichtendienste einzureden, aber es ist nicht notwendig und produktiv alle News zu kennen. Benutzen Sie die Medieninhalte, die Ihnen am besten nützen und die Sie im Leben weiterbringen. Seien Sie sich bewusst, dass nur bestimmte Handlungen zu Ihrem Ziel führen und lassen Sie den Tag nicht an sich vorbeiziehen, während Sie passiv bleiben.
Wenn Sie ziellos im Internet surfen, bringen Sie einen kleinen Zettel am Monitor an, auf dem steht: “Bringt mich das meinem Ziel näher?” und stellen Sie sich diese Frage ständig. Das wird Sie wieder auf den richtigen Weg führen.
Ein weitere Maßnahme ist die Installation auf Ihren PC oder der Kauf einer Countdown-Uhr, die die Zeit rückwärts zählt. Wenn Sie beispielsweise Silvester als Ziel einstellen, dann läuft der Countdown bis zu diesem Tag herunter und zeigt Ihnen jeden Tag an wie lange Sie noch Zeit haben. Es ist hilfreich das Datum zu nehmen zu dem Sie Ihr nächstes Ziel erreichen möchten. Durch einen solchen Zähler wird man ständig erinnert, dass die Zeit weniger wird und kostbar ist. Sie bekommen keine Minute Ihres Lebens zurück - nutzen Sie deshalb Ihre Zeit so gut Sie können.
3. Disziplin trainieren. Disziplin ist ein Fähigkeit wie Fahrrad fahren oder Tennis spielen und Sie können sie trainieren. Setzen Sie sich dazu jeden Tag ein kleines Ziel und halten Sie sich daran. Nehmen Sie sich beipielsweise für Dienstag vor nur eine Stunde fernzusehen und halten Sie es ein. Das steigert Ihr Selbstbewusstsein und beweist Ihnen, dass Sie doch diszipliniert sind. Ein Erfolgstagebuch, wo Sie all Ihre kleinen Erfolge aud dem Weg zu mehr Selbstdisziplin eintragen, ist auch sinnvoll, weil Sie damit Ihre Leistung messen und vergleichen können.
Da die Selbstdisziplin besonders nachts abnimmt, sollten Sie versuchen früher schlafen zu gehen. Außerdem sind Routineabläufe sehr gut, um die Disziplin zu verbessern, weil sie nach einer Weile zur Gewohnheit werden und gute Gewohnheiten sind Ihr stärkster Verbündeter gegen den inneren Schweinehund. Ein Beispiel ist sich anzugewöhnen nach dem Aufwachen am Morgen eine Stunde konzentriert und ohne Ablenkungen (nein, auch keine Musik im Hintergrund
) zu arbeiten.
“Alle Kunst praktischer Erfolge besteht darin,
alle Kraft zu jeder Zeit auf einen Punkt -
auf den wichtigsten - zu konzentrieren.”
Ferdinand Lassalle
4. Besiegen Sie den inneren Schweinehund. Ihre stärkste und effektivste Waffe gegen ihn ist sofortige Handlung. Geben Sie dem Engel und dem Teufel auf Ihren Schultern erst gar keine Zeit eine Diskussion zu beginnen, denn der kleine Teufel scheint schlauer zu sein. Je länger er redet und je mehr Zeit Sie mit Nichtstun verbringen, desto größer werde seine Chancen zu gewinnen. Er versucht auf Zeit zu spielen, denn je länger Sie zuhören, umso mehr Zeit vergeht und Zeit, in der Sie nicht handeln, geht auf sein Punktekonto.
Sobald Sie merken, dass sich die Stimme in Ihrem Kopf wieder meldet, fangen Sie an etwas zu tun. Falls die Stimme Sie zu einem Keks überreden will, gehen Sie weg. Will Sie, dass Sie ein Video im Internet ansehen, nehmen Sie ein Buch zur Hand und fangen Sie an zu lesen. Sagen Sie sich einfach “TU ES JETZT!” oder “JUST DO IT!” und machen Sie sich an die Arbeit. Wenn Sie angefangen haben werden Sie sich viel besser fühlen und froh sein, dass Sie diszipliniert geblieben sind. Ich habe diese Methode genauer im Newsletter Nr.3 beschrieben.
5. Lieben Sie die Arbeit. Ihre Arbeit ist Ihr Freund - nicht Ihr Feind. Fangen Sie an sie zu respektieren und zu schätzen. Ohne harte Arbeit wurde noch kein Unternehmen aufgebaut und kein Popstar geschaffen. Wenn Sie etwas erreichen wollen, müssen Sie dafür arbeiten und bereit sein Opfer zu bringen. Das ist ein universeller Grundsatz, wie der, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Ohne Arbeit gehen Sie nirgendwohin. Von Nichts kommt Nichts.
Wenn wir den Erfolg anderer Menschen betrachten, sehen wir nur die Spitze des Eisbergs und nicht die vielen Rückschläge und die Arbeit, die dahinter steckt. Wenn die Menschen den Dalai Lama im Fernsehen oder bei Vorträgen sehen, wundern Sie sich wie ruhig und gelassen er ist, doch Sie vergessen, dass dieser Mann jeden Tag mehrere Stunden meditiert. Andere betrachten die Fähigkeiten von Boris Becker im Fernsehen und meinen, dass er Talent hat und wollen es ihm gleichtun. Doch Sie sehen nicht das mühevolle, jahrelange Training und die Opfer auf dem Weg zum Erfolg und bleiben auf Ihrer Couch sitzen, weil Sie nicht bereit sind an sich zu arbeiten.
Erst müssen Sie die Leistung erbringen, bevor Sie den Lohn erhalten können. Vor der Ernte kommt die Saat und die geduldige Arbeit. Die harte Arbeit ist es, die Ihnen den Aufstieg in eine besseres Leben ermöglicht und Ihnen alle Wünsche erfüllt. Seien Sie mit Spaß an der Sache und finden Sie etwas Gutes an Ihrer Arbeit. Wenn Sie sich bemühen und Ihre Sache gut machen, wird Ihnen die Arbeit auch viel mehr Freude bereiten und mehr Erfolg bringen.
6. Gehen Sie auf Ihr Ziel zu. Nehmen Sie Ihren ganzen Mut zusammen und machen Sie feste Schritte in die Richtung Ihres Ziels. Halten Sie sich das Endziel immer vor Augen und visualisieren Sie Ihren zukünftigen Erfolg. Sie müssen sich jeden Tag in den Kampf begeben und der Gegner sind Sie selbst. Sorgen Sie dafür, dass Sie mehr Tage gewinnen als Sie verlieren und dass Sie Ihrem Traum jeden Tag ein kleines Stück näher kommen.
Erfolg ist kein Ziel, das man erreicht, sondern ein Weg, den man geht. Im Grunde bleibt man immer auf der Reise und die Hauptaufgabe besteht darin nicht vom Weg abzukommen. Es sind die kleinen Schritte, die sich zu etwas Großem zusammensetzen, das die anderen Menschen sehen, wenn es vollbracht ist. Wenn man einen Marathon läuft muss man viele kleine Schritte machen, doch jeder von ihnen ist bedeutend, denn jeder bringt den Läufer seinem Ziel näher.
Verknüpfen Sie Ihr Ziel im Geist mit etwas Angenehmen. Spüren Sie die Begeisterung und die Aufregung, die Sie haben, während Sie an Ihrem Traum arbeiten. Sie erledigen nicht irgendeinen Job, sondern erschaffen Ihr persönliches Meisterwerk - Ihr Leben. Es gibt nicht Schöneres als seinen Traum zu leben und ein erfülltes Leben zu führen, doch Sie müssen darauf zugehen, anstatt zu zögern oder sich davor zu fürchten. Das Glück oder der Erfolg wird Sie nicht eines Tages überwältigen, wie eine Krankheit oder ein Lottogewinn. Sie werden nicht irgendwann von einer Erfolgsbiene (
)gebissen, sondern müssen es selbst schaffen.
7. Visualisieren Sie Ihre Ziele. Dieser Punkt wird von vielen Menschen ausgelassen, weil er scheinbar keine Wirkung zeigt. Machen Sie bitte nicht den gleichen Fehler. Damit Ihre Visualisierungen wirken, müssen sie unzählige Male wiederholt werden. Erst nach und nach werden sie vom Unterbewusstsein aufgenommen und dort verankert. Das ist wie bei der Werbung. Wenn Sie tausendmal im Fernsehen und auf Reklametafeln sehen, dass eine Zahnpasta die beste ist, glauben Sie es irgendwann auch. Genauso müssen Sie Ihre persönliche Werbung von Ihrem Traumleben immer wieder wiederholen.
Ihr Unterbewusstsein ist wie ein großer, mächtiger Riese, der in Ihnen schlummert, doch das Problem ist, dass dieser Riese sehr dumm ist und viele Wiederholungen braucht bis er etwas verstanden hat und danach handelt. Wenn er es letztendlich gelernt hat, ist er ein fanatischer Arbeiter und durch seine Stärke fällt ihm keine Aufgabe schwer. Aus diesem Grund funktioniert Werbung und Sie sollten sich Ihren persönlichen Werbespot von Ihrem Traumleben ausdenken und ihn ständig wiederholen.
Ein weitere wichtiges Mittel, um Ihr Unterbewusstsein in die gewünschte Richtung zu lenken, sind Affirmationen. Dabei stellen Sie sich am besten vor einen großen Spiegel und sagen laut Ihre Erfolgssätze, wie “Ich werde es schaffen!” oder “In einem Jahr macht mein Unternehmen 1 Million Umsatz und ich werde über meine Kritiker lachen.” Es müssen einfach positive Sätze sein, die Sie motivieren (nicht das, was Sie nicht wollen!). Die Macht von Affirmationen, die durch jahrelange Benutzung entsteht, lässt sich am besten am Beispiel der Religionen illustrieren.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum alle großen Religionen Gebete enthalten? Durch ständige Wiederholung stärken die Anhänger Ihren Glauben und werden jeden Tag daran erinnert, das Richtige zu tun.
Selbst wenn es nur ein wöchentlicher Besuch in der Kirche am Sonntag ist, hat er doch über Jahre hinweg eine große Wirkung. Genauso ist es im Islam. Dort beten die Gläubigen fünfmal am Tag, indem Sie die gleichen Sätze wieder und wieder sagen. Jemand, der schon als Kind religiös erzogen wird, entwickelt sich entsprechend als Erwachsener und behält seinen Glauben meistens bei. Es spielt keine Rolle, ob Sie täglich ein Gebet sprechen, doch vergessen Sie die Affirmationen nicht, denn Sie sind Ihr persönliches Gebet. Durch sie lernen Sie sich aufs Ziel zu konzentrieren und nicht aufzugeben.
8. Wechseln Sie die Umgebung. Oft ist ein Ortswechseln ein geeigentes Mittel, um sich konzentrieren zu können und seine wichtigen Aufgaben zu erledigen. Gehen Sie beispielsweise in die öffentliche Bücherei an einem sonnigen Tag, wenn es wenige Besucher gibt, und arbeiten Sie 6 Stunden oder mehr dort. Sie werden sehen wieviel Sie schaffen werden. Es gibt sogar inzwischen Universitätsbibliotheken, die Sonntags geöffnet haben. Sie werden keinen besseren Ort finden, um einen guten Blogbeitrag zu schreiben oder ein Buch zu lesen.
Eine weitere Möglichkeit ist in einen Park zu gehen, noch ruhiger ist es im Wald. Nehmen Sie nur das mit, was Sie wirklich brauchen und setzen Sie sich ein bestimmtes Ziel, das Sie an diesem Tag erreichen wollen. Und, nein, das Handy und der Ipod sind im Wald nicht notwendig
. Eine ausgefallenere Variante hat sich angeblich ein Erfinder zur Gewohnheit gemacht. Wenn er bei einem Problem nicht weiterkam oder eine Aufgabe zu lösen hatte, schloss er sich in einem winzigen Zimmer ein, das nur eine Lampe, einen Tisch, einen Stuhl und einen Notizblock enthielt. Dort blieb er solange bis er die Lösung des Problems hatte.
Das ist eine ziemliche radikale Maßnahme, aber der Rückzug aus der alltäglichen Umgebung kann oft neue Energie verleihen und zu mehr Produktivität führen. Der große Vorteil ist, dass alle Ablenkungen zuhause bleiben und niemand Sie stören kann.
“Es ist manchmal ein gutes Mittel,
die notwendige Einsamkeit zu sichern,
damit man sich auf etwas konzentrieren kann,
was man tiefer erforschen will.”
Vincent van Gogh
9. Keine Pause. Dieser Punkt ist kontrovers. Die Anhänger der Pausentheorie, welche die Mehrheit darstellen, glauben, dass man regelmäßige Pausen einlegen sollte, um effektiv arbeiten zu können. Sie schlagen eine kleine Pause alle 15 Minuten vor und spätestens nach einer Stunde eine Pause von 10 Minuten. Die Anhänger der Wer-stillsteht-verliert-Theorie sehen Pausen als Produktivitätsbremse an und bevorzugen das Arbeiten von mehreren Stunden ohne jegliche Pause.
Beide Theorien haben Vor- und Nachteile. Meiner Erfahrung nach ist man viel anfälliger für Ablenkungen, wenn man ständig kleine Pausen macht und immer wieder aufsteht. Deshalb ziehe ich meistens das konzentrierte Arbeiten über Stunden hinweg vor und mache anschließend eine lange Pause. In nur 4 Stunden kann man oft soviel erledigen, dass man sich den Rest des Tages freinehmen kann. Das Problem mit kleinen Pausen ist, dass Sie den Geist vom Thema ablenken und Raum für neue Gedanken und Einfälle bieten. Und was denkt man, wenn man kurz eine Pause zum Entspannen einhält? “Soll ich kurz ein lustiges Video auf youtube anschauen in den fünf Minuten?”
Es hängt von den persönlichen Vorlieben ab, aber oft ist es so, dass man nicht mehr zu einer Aufgabe zurückkehrt, wenn man die Arbeit daran einmal unterbricht.
“Das Aufschieben wichtiger Geschäfte
ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.”
Georg Christoph Lichtenberg
Leben Sie Ihr Leben!
Viel Erfolg!
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Freitag 16. Mai 2008 um 22:02
Ich möchte etwas zur beschränkung der Medinzeit sagen: Zum Beispiel beim Computerspielen, es hilft doch sehr wenn man sich einfach hinsetzt und ALLE Spiele deinstalliert, ich als Ex-cs-suchti kann von sowas ein Lied singen :).
Mittwoch 28. Mai 2008 um 10:03
[...] GEZ zahlen??? Live von deren Seite: Ja. Die Anmelde- und Gebührenpflicht ist an das Bereithalten eines Rundfunkgerätes geknüpft und ist unabhängig davon, auf welche Weise das Programm empfangen wird. Also, ich [...]
Donnerstag 3. Juli 2008 um 15:02
[...] Aufschieberitis überwinden [...]
Donnerstag 10. Juli 2008 um 01:02
mir fehlen wirklich die Worte. Mich haben wirklich einige Sätze auf dieser Seite voll und ganz getroffen. Bei der Art der Zielsetzung und das Ablenken usw. Ich fing durch das Ständige Ablenken an mich zu zweifeln. Doch wie ich sehe ist es natürlich und normal, doch man muss es besiegen indem man sich selbst besiegt. Respekt und Danke für Eure Tips Gruß Erkan
Freitag 1. August 2008 um 02:24
Pkt.7: Das mit dem “Affirmieren” machen die Kirchen auch, nicht nur die normalen Gebete, es wird dort nicht Affirmationen, sondern “Proklamationen” genannt. Das Wort Affirmationen ist denen völlig fremd. (Ist eher im New Age Bereich o. Esoterik, Motivation etc. zu finden.)
Aber positive “Selbstsuggestionen” trifft es wohl allgemein genau, denke ich.
Hier mal kurz ein Beweis für Proklamationen in der Kirche:
)
(Link kann dann gelöscht werden, ist ja auch nicht meiner
http://www.preach-in.de/content/view/84/37/
Das sieht den Affirmationen ähnlich/gleich aus. Frage mich, was eher da war
Freitag 1. August 2008 um 06:29
@Mermertas: Wir ziehen auf eine bestimmte Art jeden Tag in den Kampf gegen uns selbst. Auch Zweifel gehören dazu.
@Wally: Danke für den Link. Sehr interessant. Die Religionen haben die Affirmationen wahrscheinlich erfunden. Oder zumindest als Erste verstanden wie das Unterbewusstsein arbeitet. Später wurden solche Dinge beim Militär, in vielen Diktaturen und in der Werbung genutzt.