1000tipps.com

Motivation, Erfolg und der Weg zur Million

Wie Sie Ihre Schüchternheit endgültig überwinden und selbstbewusster werden

Erstellt von Haris am Samstag 10. Mai 2008 Schrift VERGRÖSSERN

Warum lachen diese Kinder auf der Bushaltestelle? Bestimmt machen sie Witze über meine Kleidung oder über mein Aussehen. Vielleicht sind es auch mein Gang oder meine Schuhe? Am liebsten würde ich im Boden versinken. Ich hasse mich. Warum muss ich immer so schüchtern sein? Ich komme mir vor als würde ich nackt durch die Bibliothek laufen und alle würden mich anstarren und obwohl ich weiß, dass es nicht so ist, habe ich immer so ein mulmiges Gefühl im Magen. Kinder lachen ständig, wenn sie zusammen sind und die Menschen schauen immer irgendwen an, aber wenn es bei mir passiert, wäre ich am liebsten unsichtbar oder zuhause über einem guten Buch. Und letztens bei der Party haben mich einige Jungs so selbstsam angeschaut und ich bin rot geworden. Dann haben einige gelacht und ich wusste nicht mehr weiter. Noch schlimmer waren die Mädchen. Sie haben getuschelt und bestimmt haben sie über mich geredet und Dinge gesagt wie “Was will die denn hier? Hat sie die Klamotten bei der Kleiderspende erhalten oder sieht sie immer so aus? Einfach schrecklich!”

Das ist ein kurzer Einblick in den Gedankengang eines schüchternen Menschen, in diesem Fall den einer jungen Frau.

Schüchternheit ist eine sehr lästige Eigenschaft, die aus kleinen Alltagsbegegnungen riesige Katastrophen macht, über die man wochenlang nachdenkt. Schüchterne Menschen haben vor allem Angst: vor Prüfungen, davor vor einer Gruppe von Menschen zu sprechen, angeschaut zu werden, einen Witz zu erzählen, vor Augenkontakt, vor Fremden, davor im Mittelpunkt stehen, usw. Und Schüchterne sehen überall Gespenster und Verschwörungen: wenn jemand lacht, glauben sie, dass sie ausgelacht werden; wenn ein Kind sie komisch angeschaut, fühlen sie sich unwohl; wenn mehrere Menschen reden und kurz in ihre Richtung schauen, glauben Sie, dass das Gespräch über sie ist, usw. Auf eine bestimmte Weise kann man Schüchterne also als paranoid bezeichnen, weil sie überall Dinge sehen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen. Ich möchte hier niemanden beleidigen oder auslachen, denn ich war selbst vor einigen Jahren sehr schüchtern und weiß niemand sich dabei fühlt.

Doch schüchtern zu sein ist unvernünftig, sinnlos und oft einfach nur dumm - das wissen auch die schüchternen Leute. Für jemanden, der schüchtern ist, stellt es eine Katastrophe dar zu einem Meeting oder in die Schule einige Minuten zu spät zu kommen, denn dann sind alle Augen auf sie gerichtet und das ist schlimmste Gefühl von allen für sie. Lieber verpassen sie das ganze Treffen oder eine Schulstunde als 2 Minuten zu spät zu kommen. Für sie ist es besser draußen zu warten und in einer Pause unbemerkt hineingehen zu können. Dieses Verhalten ist sehr unlogisch, aber dennoch alltäglich. Selbstbewusste Menschen wundern sich oft über das Verhalten solcher Leute, weil sie es einfach nicht begreifen können.

Besonders Leseratten entwickeln sich oft zu schüchternen Personen und bevorzugen auch als Akademiker schriftliche Formen, um sich anderen mitzuteilen, anstatt kurz anzurufen. In dieser Hinsicht ist das Internet Fluch und Segen zugleich für diese Menschen. Statt eines Telefonanrufs, schreiben Sie jetzt unzählige E-Mails, anstatt neue Menschen auf Partys oder Vereinen einen kennen zu lernen, tun Sie das jetzt in Internetforen und Chatrooms. Sie machen sich dadurch das Leben viel umständlicher, aber es ist auf diese Weise für sie “sicherer”, da sie keine Fehler machen und niemand sie beobachtet.

Schüchterne Menschen versuchen ständig mit einem Pokerface anzulaufen, damit keiner weiß was sie fühlen und denken. Sie verhalten sich als hätten sie den Ratschlag von Marlon Brando als der Pate im gleichnamigen Film zu ernst genommen: Lasse niemals jemanden außerhalb der Familie wissen was du denkst! :-)

Schüchternheit ist die Angst vor sozialem Kontakt und dennoch können schüchterne Menschen in anderen Bereichen sehr mutig sein. Außerdem ist dieses Verhalten nicht zu verwechseln mit Introvertiertheit. Ein introvertierter Mensch zieht sich aus dem sozialen Leben zurück, weil er es möchte und nicht weil er dazu “gezwungen” wird. Er möchte nicht auf Partys gehen und ständig neue Menschen kennenlernen (vergleichbar mit einem Mönch im Kloster). Ein schüchterner Mensch aber will den Kontakt zu anderen, auf Partys gehen und sich amüsieren, aber seine Angst hält ihn davor zurück - zumindest glaubt er das (im Grunde also ein Mönch, der ins Kloster gesteckt wird, obwohl er das nicht möchte). Es hat angeblich auch Vorteile zurückhaltend und schüchtern zu sein, aber ich bin anderer Meinung. Bis jetzt konnte ich keine Situation erkennen, in der mir meine frühere Schüchternheit etwas gebracht hätte und wo es besser gewesen wäre nicht selbstbewusst zu sein.

Die meisten Menschen wollen überhaupt nicht ultraselbstbewusst sein und Vorträge halten oder im Fernsehen auftreten, sondern ein normales, glückliches Leben führen. Sie wollen eine Frau oder einen Mann kennenlernen, mit den Kollegen gut auskommen und keine Angst vor unangenehmen Blicken haben. Und es ist auch möglich mit Schüchternheit zu leben, sich nicht zu verändern und kein Selbstbewusstsein zu entwickeln, doch ohne Schüchternheit macht das Leben doppelt so viel Spaß.

“Es kommt für jeden der Augenblick der Wahl und der Entscheidung, ob er ein eigenes Leben führen will, ein höchst persönliches Leben in tiefster Fülle, oder ob er sich zu jenem falschen, seichten, erniedrigenden Dasein entschließen soll, das die Heuchelei der Welt von ihm begehrt.”

Oscar Wilde

Der Hintergrund

In diesem Teil des Artikels werden ich mich mit dem Grundwissen von menschlichen Verhalten bei Beziehungen zu anderen befassen. Bevor Sie beginnen können mehr Selbstbewusstsein zu erlangen, ist es nötig die Hintergründe zu verstehen.

Auch hier ist es so, dass mit Erfahrung und Übung Ihre Fähigkeiten besser werden und Ihr Selbstbewusstsein steigt. Stellen Sie sich ein Koch vor, der ein neues Gericht kocht. Er ist unsicher und schaut auf auf das Rezept - er zögert. Stellen Sie sich nun ein Koch vor, der ein Gericht in und auswendig kennt. Er ist während der ganzen Zeit selbstbewusst und energisch, denn er weiß was er tut und worauf er achten muss. Genauso ist es mit jeder anderen Sache, mit der man sich beschäftigt. Je mehr wir über ein Thema wissen, umso selbstbewusster und sicherer sind wir darin.

Deshalb ist es notwendig die Regeln und die Funktionsweisen von zwischenmenschlichen Beziehungen zu verstehen. Wenn Sie verstehen warum die Menschen sich so verhalten wie sie es tun, werden Sie viel selbstbewusster mit ihnen umgehen können.

Alle Menschen wollen zwei Dinge im Leben: Erfolg haben und glücklich sein. Natürlich bedeutet das für jeden etwas anderes, aber alle Formen von Glück und Erfolg haben eine Sache gemeinsam. Man braucht andere Menschen dazu.

Es gibt zwei Extreme im Umgang mit anderen Menschen. Eine ist das bloße Auskommen mit anderen, wo man sich auf das Notwendigste beschränkt. Im Grunde heißt das sich alles von anderen gefallen zu lassen und zu einer schüchternen und zurückgezogenen Person zu werden. Das andere Extrem ist eine tyrannische und diktatorähnliche Person, die nicht auf die Wünsche von anderen achtet, sondern nur seine eigenen durchsetzt. Dieses Bulldozerprinzip hilft nur dem eigenen Ego und man gewinnt keine Freunde damit.

Die goldene Mitte zwischen diesen Extremen ist das Ziel, das wir anstreben sollten, um zufriedenstellende und langfristige Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen. Sehen Sie sich um. Sind die erfolgreichen oder glücklichen Leute, die Sie kennen, schlauer oder besser als Sie? Meistens nicht. Sie wissen jedoch wie man mit Menschen umgeht und Netzwerke aufgebaut.

Die meisten Probleme, die die Menschen haben, sind in Wirklichkeit Probleme mit anderen Leuten. Wir haben zwar heute die modernsten technischen Hilfsmittel, wie Computer, Handys und Telefone, aber die Art und Weise, wie Menschen miteinander zurechtkommen und Beziehungen aufbauen, hat sich nicht geändert.

Ob es uns gefällt oder nicht: die Leute sind hier, um zu bleiben. Sie haben keine andere Welt, in die sie sich zurückziehen können. Alles, was zur Verfügung steht, sind die Menschen wie sie sind und sie werden sich nicht verändern. Deshalb müssen Sie sich ändern, wenn Sie andere Ergebnisse sehen wollen als jetzt.

Für mich war dieses Thema schon immer sehr interessant und ich habe dazu alles gelesen, was ich bekommen konnte. Das Faszinierende daran ist, dass es keine Persönlichkeit gibt, die Großes vollbracht hat und gleichzeitig schlecht mit Menschen umgehen konnte oder alles alleine geschafft hat.

Hier sind nun vier wichtige Tatsachen über uns Menschen:

1. Wir sind alle Egoisten.
2. Wir interessieren uns mehr für uns als für andere.
3. Jeder möchte sich wichtig fühlen.
4. Jeder möchte von anderen anerkannt und beachtet werden.

Das ist zwar für die meisten Menschen schwer zu akzeptieren, aber so ist es eben. Ich meine hier nicht, dass alle Egoisten im negativen Sinne sind, sondern dass wir uns selbst wichtig nehmen. Daran ist auch nichts auszusetzen. Warum sollte man sich auch nicht selbst mögen? Das ist sogar eine Voraussetzung für ein gutes und freundschaftliches Verhältnis zu anderen Menschen. Nur wenn sie von sich selbst eine gute Meinung haben, werden auch andere das Gleiche denken. Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere Menschen lieben.

Genauso wie Ihr Körper Nahrung zum Überleben braucht, benötigt Ihr Ego Anerkennung von anderen. Jemand, der emotional hungrig ist, wird mürrisch und böse. Wir wurden von der Natur so geschaffen, dass unsere Wünsche und Bedürfnisse an erster Stelle für uns stehen. Deshalb ist ein wichtiger Grundsatz bei zwischenmenschlichen Beziehungen:

Helfen Sie dem anderen sich mehr zu mögen.

Geben Sie dem anderen Nahrung für sein Ego und er wird nicht nur sich selbst mehr mögen, sondern auch Sie. Wahres Selbstbewusstsein ist nicht zu verwechseln mit Arroganz. Jemand, der an sich glaubt und selbstbewusst ist, braucht nicht damit anzugeben wie toll er ist. Wahres Selbstbewusstsein kommt von innen.

Nehmen wir als Beispiel den berühmten Arnold Schwarzenegger. Als er noch Bodybuilder war und einen unglaublichen Körper hatte, ist er nicht zu den Menschen gegangen und hat gerufen: “Seht wie groß und toll ich bin. Ich bin stärker als ihr alle.” (Natürlich hat er seine Posen gemacht und gezeigt was er hat, aber das gehört einfach dazu, wenn man Bodybuilder ist.) Er hat sich stattdessen ruhig verhalten und den anderen das Reden überlassen. Sein Selbstbewusstsein war nicht wie bei vielen Bodybuildern auf sein Aussehen konzentriert und von ihm abhängig. Schließlich wäre er heute nicht mehr so selbstbewusst wie früher, denn seine Figur ist nicht mehr was sie mal war. Ich denke, dass er es selbst noch wäre, wenn er seinen Reichtum oder seinen Job verlieren würde. Wahres Selbstbewusstsein ist etwas, das Ihnen niemand nehmen kann; es ist ein Teil Ihrer Persönlichkeit.

Damit Sie aus diesem Artikel das Meiste herausholen können, sollten Sie sich Ziele setzen, die Sie erreichen wollen. Das hier ist eine einfache Erfolgsformel, die bei allem zum Erfolg führt:

1. Ein Ziel setzen.
2. Die Ergebnisse aufzeichnen um zu erfahren, ob man Fortschritte macht.
3. Die Handlungen solange anpassen bis man die gewünschten Ergebnisse erzielt.
4. Nicht aufgeben bis man nicht am Ziel ist.

Mit dem Setzen von Zielen fängt alles an. Wenn Sie nicht wissen wohin Sie gehen, wie wollen Sie dann jemals ankommen?

Das ist wie bei einem Piloten, der ein Flugzeug von München nach Hamburg fliegt. Er schaltet nicht den Autopilot ein und legt sich schlafen, sondern er achtet ständig auf die Anzeigen und muss den Kurs der Maschine korrigieren. Ein Flugzeug ist bis zu 80% der Flugzeit nicht auf dem richtigen Kurs, aber durch die Anpassungen des Piloten erreicht es immer das Ziel. Er weiß, was das Ziel ist und steuert es darauf zu.

Genauso ist es im Leben. Wir müssen auch manchmal Rückschläge hinnehmen und nicht alles läuft nach Plan, aber das Wichtigste ist, dass wir das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Deshalb besteht die erste Übung darin festzulegen was Sie möchten.

Wie wird es sein, wenn Sie selbstbewusst sind?
Wie wird ein idealer Tag in Ihrem Leben aussehen?
Wie werden Sie sich fühlen?

Seien Sie so genau wie möglich, bei der Beschreibung und bei der Zielsetzung. Anstatt zu sagen: “Ich möchte selbstbewusster sein.” sollten Sie zum Beispiel sagen: “Ich will mehr Freunde haben und in der Lage sein überzeugende Präsentationen und Vorträge in meinem Berufsleben zu halten.” Das ist ein Ziel, das messbar ist und bei dem Sie wissen, ob Sie es erreicht haben.

Das Märchen vom Schüchternheitsgen

Vor einigen Jahren als ich noch sehr schüchtern war, redete ich mir Dinge ein wie “Du bist eben schüchtern.” oder “Meine Eltern waren auch schüchtern, also ist es nur logisch, dass ich es auch bin.” Inzwischen habe ich eingesehen, dass dieses Denken Unsinn ist und eine große Einschränkung der eigenen Entwicklung zur Folge hat. Die meisten Menschen sagen solche Dinge, weil sie sich nach einer Entschuldigung oder Erklärung für ihre Schüchternheit sehnen. Falls Sie dazugehören, müssen Sie damit sofort aufhören, denn sonst verstärken Sie Ihre Schüchternheit damit.

Vielleicht ist Ihnen der Begriff “Affirmation” schon begegnet. Eine Affirmation ist ein Satz, der oft wiederholt wird, um sich selbst zu beeinflussen und etwas Bestimmtes zu erreichen. Ein Beispiel für einen solchen Satz ist “Ich werde jeden Tag besser und besser.” Das ist eine positive Affirmation. Eine negative hingegen ist “Ich bin eben schüchtern.” Hören Sie sofort damit auf solche Dinge zu sich zu sagen. Nur weil Ihre Eltern schüchtern waren heißt das noch lange nicht, dass Sie es auch werden. Schüchterheit ist keine ansteckende Krankheit. Und kein Mensch wird schüchtern geboren. Es gibt kein Schüchternheitsgen. Der Satz: “Ich bin schüchtern.” ist die größte Ausrede,der Leute (ich habe sie leider auch benutzt…), die nicht wachsen und mehr aus sich machen wollen.

Schüchternheit ist keine Charaktereigenschaft, sondern eine bestimmte, angelernte Verhaltensweise. Sie haben immer die Wahl wie Sie sich verhalten. Wenn wir geboren werden, besitzen wir nur zwei Ängste: Die Angst vor dem Fallen und die Angst vor lauten Geräuschen. Alle anderen Ängste sind erlernt. Manche davon sind nützlich, aber die meisten werden uns von außen aufgezwungen. Wir werden ständig von unseren Freunden, unseren Eltern und den Medien beeinflusst.

In einer amerikanischen Studie fand man heraus, dass erwachsene Menschen die Angst vor öffentlichem Reden höher bewerten als die Angst vor dem Tod. Das heißt, die meisten Menschen fürchten sich mehr davor vor einer Gruppe von 50 Leuten zu sprechen als zu sterben. Das ist völlig unlogisch und absurd. Doch das ist nur ein Beispiel von einer erlernten und überhöhten Angst, die nicht hilfreich ist und uns im Wege steht.

“Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht.”

Michel de Montaigne

Wenn Sie darüber nachdenken, werden Sie feststellen, dass wir alle selbstbewusst geboren wurden. Oder haben Sie nach Ihrer Geburt gedacht: “Oh, nein. Ich bin nackt und alle sehen es. Und ich bin doch so schüchtern.” Kinder sind von Natur aus selbstbewusst und bereit die Welt um sie herum zu entdecken.

Selbstbewusstsein ist keine Sache

Wir reden im Alltag immer über Selbstbewusstsein als wäre es eine Sache. Aber man kann sie nicht anfassen oder trinken. So etwas wie Selbstbewusstsein oder Schüchternheit besteht gar nicht. Wir sagen über einen Menschen, dass er einen Mangel an Selbstbewusstsein hat, so als wäre es ein Vitaminmangel und man könnte es mit irgendwelchen Pillen zu sich nehmen. Man kann sich auch nicht damit anstecken.

Es ist nur ein Vorgang in Ihrem Gehirn - das ist alles. Genauso ist es bei Gefühlen, wie Angst oder Glück. Das sind keine Dinge, sondern nur Gedankenvorgänge, die in Ihrem Gehirn ablaufen. Die gute Nachricht ist, dass die volle Kontrolle über diese Prozesse haben und Sie können bestimmte Vorgänge ausbauen oder beenden. Wenn Sie sagen: “Ich habe Angst fremde Menschen anzusprechen.”, bedeutet das im Grunde nur: In dieser bestimmten Situation läuft in Ihrem Gehirn ein Prozess ab, den Sie “Angst” nennen. Sie haben eigentlich nur Angst vor sich selbst - vor einem Ihrer Gedanken, den Sie selbst erzeugt haben. Die andere Person hat keine Angst vor Ihnen und bedroht Sie auch nicht - alles spielt sich nur in Ihrem Kopf ab. Das ist so ähnlich wie beim PC. Ihre Prozesse im Gehirn (z.B. der beim Ansprechen fremder Menschen) sind eine Art Software, die zu bestimmten Handlungen führen. Ändern Sie die Software und Sie werden andere Handlungen und Ergebnisse erhalten.

Wenn Sie bemerken, dass Sie diesen Gedankenvorgang wieder im Gedächtnis abspielen, dann sagen Sie sich innerlich: STOP und sehen Sie ein großes, rotes Stopschild im Gedächtnis. Beenden Sie den negativen Prozess und werden Sie sich bewusst, dass Sie die Kontrolle haben.

“Verbringe nicht die Zeit mit der Suche nach einem Hindernis.
Vielleicht ist keines da.”

Franz Kafka

Vergangenheit

Vielleicht denken Sie oft an Ihre Vergangenheit, an die verpassten Gelegenheiten und Ihr schüchternes Verhalten. Hören Sie bitte damit auf. Die Vergangenheit ist vorbei. Sie können sie nicht verändern, nur daraus lernen. Vergeben Sie sich selbst für Ihr früheres Verhalten und die Fehler, die Sie gemacht haben. Bis jetzt waren Sie vielleicht nicht sehr selbstbewusst, aber das ist vorbei, denn Sie haben beschlossen mehr aus sich zu machen und aus Ihrer Komfortzone herauszukommen. Falls andere Menschen Sie als schüchtern bezeichnen oder Ihre Vergangenheit ansprechen, sagen Sie: “Das war einmal. Ja, früher war ich sehr schüchtern. Zum Glück ist das heute anders.” Lassen Sie sich nicht mehr mit Ihren früheren Eigenschaften abstempeln und sagen Sie sich selbst und anderen, dass Sie jetzt selbstbewusst sind.

Vielleicht denken Sie: “Aber ich bin es doch gar nicht. Ich kann doch nicht einfach behaupten selbstbewusst zu sein, wenn ich es nicht bin.” Doch, Sie können. Und Sie müssen. Bevor Sie nicht selbst anfangen sich als selbstbewusste Person anzusehen, wird es auch kein anderer tun. Und wie wir wissen ist die Glücksgöttin Fortuna mit den Mutigen, also tun Sie einfach so als ob. Sie werden die Auswirkungen bald bemerken.

“Die Welt gehört denen, die zu ihrer Eroberung ausziehen, bewaffnet mit Sicherheit und guter Laune.”

Charles Dickens

Warum Selbstbewusstsein wichtig ist

Erst durch ausreichend Selbstbewusstsein besitzen wir die Grundlage, um unser Wissen und unsere Fähigkeiten angemessen zu nutzen und dadurch unsere Träume zu verwirklichen. Wenn Sie selbstbewusst sind, ziehen Sie andere Menschen automatisch an. Stellen Sie sich das einmal vor. Die Leute kommen auf Sie zu und wollen Sie kennenlernen - nur weil Sie viel Selbstbewusstsein ausstrahlen. Das wird Ihren Erfolg im Berufsleben und Ihre Beziehungen in kurzer Zeit vervielfachen. Die anderen Menschen werden sehen, dass Sie an sich glauben und sicher sind, wenn Sie etwas sagen - man wird auf Ihre Ansichten und Meinungen hören.

Überall wo Sie mit anderen Menschen zu tun haben, werden Sie von einem gesteigerten Selbstbewusstsein profitieren. Wenn Sie die Übungen in diesem Artikel machen und weiter an sich arbeiten, werden andere Leute Sie nicht wiedererkennen - und Sie werden sich selbst nicht wiedererkennen. Selbstbewusstsein und Erfolg im Allgemeinen kommt nicht nur vom Lesen und Lernen, sondern vor allem vom Tun. Sie müssen handeln, wenn Sie Veränderungen sehen wollen.

Selbstbewusstsein entsteht durch Handeln. Wenn Sie etwas einhundertmal getan haben, dann sind Sie beim hundertundersten Mal sehr sicher und selbstbewusst. Denken Sie an Ihre erste Fahrstunde oder Ihr erstes Vorstellungsgespräch und vergleichen Sie das mit der heutigen Situation. Eine neue Aufgabe ist immer schwieriger und wir sind uns nicht sicher, aber je öfter wir Sie sie wiederholen, umso leichter wird es.

Man könnte Selbstbewusstsein folgendermaßen definieren: Selbstbewusstsein ist der Grad zu dem Sie sich selbst als eine wichtige und wertvolle Person respektieren und schätzen.

Menschen mit hohem Selbstbewusstsein fühlen sich großartig und genießen jeden Tag Ihres Lebens. Und wenn man sich in seiner Haut wohl fühlt, dann ist man in der Lage der beste Mensch zu sein, der man sein kann. Solche Leute haben eine unglaubliche Energie, die sie antreibt ihren Zielen nachzugehen und sie trotz aller Fehler und Mißerfolge zu erreichen.

Andere Leute

Je selbstbewusster Sie werden, umso mehr Menschen werden anfangen an Sie zu glauben. Das führt dazu, dass Sie noch sicherer und selbstbewusster werden. Sie werden bemerken, dass das Wort “unmöglich” nicht besteht. Ich hasse dieses Wort! Dieses Wort hat unzählige Träume vernichtet und mehr Karrieren beendet als alle Wirtschaftskrisen der Welt zusammen. Wenn Sie selbstbewusster werden, werden Sie auch bemerken, dass “unmöglich” nicht existiert - Sie allein entscheiden was möglich ist. Und wenn Sie wahrhaftig akzeptieren, dass alles möglich ist, dann wissen Sie, dass Sie am Ziel angekommen sind.

Je mehr Sie sich anstrengen und von sich fordern und je mehr Erfolg Sie haben, desto selbstbewusster werden Sie. Hören Sie nicht auf andere Menschen, die an Unmögliches glauben und die Welt nicht so sehen wie Sie. Sie werden oft Sätze wie “Es geht nicht!” oder “Das ist unmöglich!” benutzen, aber Sie wissen es besser. Zeigen Sie den anderen, was möglich ist, indem es einfach tun.

Akzeptieren Sie niemals die Realitäten anderer Menschen. Wenn Sie das tun, dann leben Sie nach den Regeln der anderen. Erschaffen Sie sich stattdessen Ihre eigene Realität und Sie werden Erfolg haben.

Die Meinungen, die wir Menschen von Dingen haben, sind nicht objektiv. Es gibt keine objektive Realität mit für alle gültigen Regeln. Denken Sie an das Wetter. Wenn es regnet, können Sie sich darüber aufregen, dass Sie nicht grillen können, oder Sie können sich stattdessen freuen, dass Ihr Gemüse im Garten wächst und den Regen einfach schön finden. Ich mag es beispielsweise joggen zu gehen, wenn es regnet. Ich weiß, das ist kein sehr verbreitetes Hobby…

Worauf ich hinaus will ist: Der Regen bleibt immer gleich, was sich ändert ist unsere Wahrnehmung davon - unsere Meinung.

Ein Freund hat mir vor einigen Jahren ein interessante Geschichte erzählt. Er saß an einem sehr kalten Wintertag auf einer Parkbank. Der Weg war vereist und anscheinend hatte man vergessen an dieser Stelle Streusalz zu verteilen. Es kam ein Mann vorbei, der in Eile war und rutschte darauf aus. Mein Freund musste sich beherrschen nicht zu lachen, als er es sah.

Der Mann stand langsam auf und wäre am liebsten im Boden versunken, weil auch andere Menschen es gesehen hatten. Er schaute verlegen auf den Boden und wurde etwas rot im Gesicht und machte sich schnellstens auf den Weg.

Ein halbe Stunde später kam ein anderer Mann an der Stelle vorbei und auch er rutschte auf dem Eis aus. (Fragen Sie mich nicht, was mein Freund so lange an einem kalten Tag im Park getrieben hat. Ich nehme an, dass ihm dieses Schauspiel Spaß machte und es deshalb länger blieb :-) ) Doch dieser Mann war anders. Als er auf dem Boden gelandet war, schaute er zunächst überrascht und fing dann an aus vollem Herzen zu lachen. Er lachte als hätte er gerade den tollsten Witz der Welt gehört und konnte nicht aufhören zu lachen. Mein Freund lachte mit und als sich ihre Blicke trafen, lachten sie noch mehr, sodass einige Menschen neugierig schauten.

Er stand nach einer Weile auf und ging weiter.

Beide Männer hatten das Gleiche erlebt, aber ihre Reaktionen waren vollkommen verschieden. Das ist die Bedeutung des Spruches: “Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, dann mache Limonade daraus.” Jeder von uns hat die Wahl wie er auf ein Ereignis reagiert. Nicht die äußeren Dinge entscheiden, sondern allein wir. Sie haben immer die Wahl.

Auf Ihrem Weg zu mehr Selbstbewusstsein werden Sie auf Menschen treffen, die Sie nicht mögen werden oder unfreundlich sind, aber lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Die Menschen werden immer über Sie reden und ihre Meinungen bilden - ganz gleich was Sie tun. Selbst wenn Sie absolut nichts tun und mit niemandem reden, werden manche hinter Ihrem Rücken flüstern: “Der ist komisch. Sagt nie etwas. Ich mag ihn nicht.” Sie werden es nie allen Menschen Recht machen können, deswegen können Sie genausogut auf Beleidigungen und Gelächter nicht reagieren und darüber lachen. Sie können Ihren Weg gehen oder ständig auf andere hören. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Angst vor dem Versagen

Viele Menschen zögern ihren Zielen und Wünschen nachzugehen, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Sie fürchten sich davor, was passieren könnte. Das ist völlig absurd - welchen Sinn macht es denn über etwas nachzudenken, das möglicherweise passieren wird. Man sollte lieber daran denken, wie es sein wird, wenn man Erfolg hat und alles nach Plan läuft.

So etwas wie Scheitern gibt es überhaupt nicht. Das ist ein schlechter Name für ein Ereignis, aus dem man viel lernen kann, um in Zukunft erfolgreicher zu sein. Es gibt nur Ergbenisse - keine Mißerfolge. Sie entscheiden wie Sie etwas, das Ihnen zustößt, interpretieren. Fehler oder Rückschläge sind nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil. Sie sind gut und notwendig, um weiter zu wachsen. Bei niemandem läuft alles so wie er es sich vorgestellt hat. Es gibt immer unvorhergesehene Ereignisse, auf die man reagieren muss.

Doch das ist noch lange kein Grund, überhaupt nicht anzufangen das Spiel zu spielen. Fangen Sie einfach an und verwirklichen Sie Ihre Wünsche. Ohne Fehler gibt es keinen Lernprozess. Wenn Sie nie etwas falsch machen, dann haben Sie vermutlich auch nicht viel gelernt. Erfolgreiche Menschen zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie viele Fehler machen, aber aus ihnen lernen, und kurz darauf neue Risiken eingehen und weiterlernen.

Selbstbewusste Menschen sind selbstbewusst, weil sie wissen, dass sie bekommen werden, was sie wollen, weil sie solange darum kämpfen werden bis sie es haben. Bis sie gewinnen. Vielleicht erfahren sie in der Zwischenzeit Rückschläge und müssen ihren Kurs korrigieren, aber sie lernen daraus. Doch sie geben niemals auf.

“Durch Stolpern kommt man bisweilen weiter; man muss nur nicht fallen und liegenbleiben.”

Johann Wolfgang von Goethe

Vergessen Sie niemals was auch immer passiert, dass Sie es schaffen können und werden, wenn Sie nicht aufgeben. Machen Sie immer weiter bis Sie Ihr Ziel erreicht haben.

Die goldene Regel

Falls Sie den Schlüssel zu erfolgreichen zwischenmenschlichen Beziehungen wollen, das ist er:

Behandeln Sie andere Menschen so wie Sie gerne behandelt werden möchten.

Damit kennen Sie die Hintergründe und die Theorie bei diesem Thema und ich will mich jetzt dem zuwenden, dass Sie tun können, um Ihre Schüchternheit loszuwerden.

Was tun?

Die gute Nachricht ist: Schüchternheit ist nicht angeboren oder eine unheilbare Krankheit - sie ist lediglich eine schlechte Angewohnheit, die jahrelang genährt und verstärkt wurde. Der erste Punkt zur Besserung besteht darin die Entscheidung zu treffen, dass man nicht mehr schüchtern sein will. Anschließend legt man fest wo die größten Probleme auftreten. Man kann die Lebenssituation, in denen man mit anderen Menschen zu tun hat, grob in diese drei aufteilen:

Bekannte/Freunde

Beruf/Schule

Liebe/Partnerschaft

Schreiben Sie zu jedem der drei Punkte Dinge auf, die sich nachteilig auf ihr Leben auswirken und die Sie am meisten stören. Markieren Sie zwei Dinge davon, die Ihnen zur Zeit am wichtigsten erscheinen und an denen Sie zuerst arbeiten werden.

Bevor Sie eine Veränderung in der Welt erwarten können, müssen Sie Ihr Denken verändern. Ein wichtiger Teil davon sind Ihre Glaubenssätze. Lassen Sie die alten Glaubenssätze nach und nach hinter sich und akzeptieren Sie neue. Glauben Sie, dass etwas Besonderes und wertvoll sind. Glauben Sie, dass jeder Mensch seinen Platz in der Welt hat.

Kritisieren Sie sich nicht zu viel. Genauso wie die anderen nicht zu sehr kritisieren sollten, sollten Sie es auch nicht bei sich selbst tun. Niemand macht alles richtig. Respektieren Sie sich selbst und verlangen Sie es auch von anderen. Legen Sie Ihre eigenen Regeln fest und halten Sie sich daran. Erlauben Sie anderen Menschen nicht Sie fertigzumachen oder Sie als Idioten darzustellen und wehren Sie sich gegen ungerechtfertigte Kritik. Ein Fehler, den viele schüchterne Menschen machen, ist sich ständig zu entschuldigen. Hören Sie bitte damit auf. Entschuldigen Sie sich nicht andauernd, besonders wenn Sie nichts Falsches getan haben.

Geben Sie niemals zu, dass Sie schüchtern sind. Die anderen wissen nicht, dass sich schüchtern sind und hier haben Sie einen großen Vorteil. Auch wenn Sie das Gegenteil denken, sehen die anderen Menschen fast nie, dass Sie Angst haben oder nervös sind. Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis nach, ob man Sie für eine schüchterne Person hält. Sie werden überrascht sein.

Ein weiterer Punkt, den die Schüchternen vernachlässigen und den die Selbstbewussten oft benutzen, ist Lächeln. Lächeln Sie, auch wenn Sie keinen Grund dazu haben. Schenken Sie den anderen ein schönes, breites Grinsen und haben Sie keine Angst davor Ihre Zähne zu zeigen.

Wenn Sie schüchtern sind, glauben Sie vielleicht, dass es morgen in der Zeitung steht, wenn Sie heute etwas falsch machen, aber ich verrate Ihnen kleines Geheimnis: Es interessiert niemanden. Wen interessiert es schon, ob sie rot anlaufen, etwas Falsches sagen oder stottern - niemanden. Die Wahrheit ist, dass alle Menschen zuerst sich selbst und ihre eigenen Probleme im Kopf haben. Sie sind immer ein Nebenereignis für die anderen. Und selbst wenn man sie anschaut und ausgelacht, was macht das schon? Niemand wird Sie lynchen, wenn Sie etwas Falsches sagen. Der amerikanische Autor Dale Carnegie schreibt dazu: “Vergessen Sie nie: Einen toten Hund tritt man nie!” Er meint damit, dass es immer Leute geben wird, die anderer Meinung sind als Sie, denen Sie unsympathisch sind und die Sie einfach nicht mögen. Finden Sie sich damit ab, denn Sie werden nie alle zufrieden stellen können.

Zeigen Sie Präsenz. Bitte verstecken Sie sich nicht in der Ecke, wenn Sie ein Seminar besuchen oder auf einer Party sind. Sorgen Sie dafür, dass man merkt, dass Sie da sind und dass man sich noch lange an Sie erinnert. Stellen Sie Fragen oder machen Sie etwas Verrücktes.

Tun Sie es einfach! Je länger Sie dasitzen und nachdenken umso größer wird die Angst, die sowieso nur in Ihrem Kopf besteht - sie ist nur ein Gefühl. Wenn Sie eine fremde Person ansprechen wollen, machen Sie es sich zur Regel nicht länger als 3 Sekunden zu warten bevor Sie es tun. Zählen Sie in Gedanken: 1, 2, 3 LOS! Allein wenn Sie diese Regel einhalten, wird Ihr Leben eine ganz andere Richtung nehmen. Sie müssen es nur tun.

Schüchternheit ist kein Hindernis. Viele erfolgreiche Menschen haben es trotzdem geschafft. Das sind nur einige Beispiele: Tom Cruise, Mahatma Gandhi, Abraham Lincoln, Bill Gates, Richard Gere, … Diese und viele weitere Menschen beweisen, dass man seine Schüchternheit überwinden kann und dass man ohne sie viel schneller seine Ziele erreicht.

Schreiben Sie einen Brief über sich selbst, wo Sie Ihre guten Eigenschaften, Fähigkeiten und Besonderheiten in den tollsten Farben ausmalen. Ihre Aufgabe ist es eine andere fiktive Person mit diesem Brief von Ihnen zu überzeugen. Keine falsche Bescheidenheit. Tragen Sie ruhig dick auf und zeigen Sie sich selbst wie toll Sie sind.

Körpersprache

Die Körpersprache ist sehr wichtig und zeigt den anderen schon im voraus, dass Sie selbstbewusst sind. Bestimmte Verhaltensmuster können Sie ruhig vor dem Spiegel üben wie ein Schauspieler, der sich auf eine neue Rolle vorbereitet. Ziehen Sie beim Laufen die Schultern nach hinten, schieben Sie die Brust nach außen, halten Sie den Kopf aufrecht und schauen Sie nicht nach unten, sondern geradeaus. Laufen Sie in der Geschwindigkeit, die Ihnen am angenehmsten ist, anstatt sich anderen anzupassen. Schauen Sie immer nach vorne, anstatt nach unten, und vermeiden Sie es Ihre Füße hinter Ihnen herzuziehen. Vermeiden Sie es bei öffentlichen Anlässen in der Ecke zu stehen oder sich zurückzuhalten.

Gewöhnen Sie sich kleine Ticks ab, wie an den Lippen zu kauen, sich im Gesicht zu kratzen, die Hände in die Hosentaschen zu stecken und Ähnliches. Ein weiterer wichtiger Indikator, besonders bei Männern, ist ein starker Händedruck. Sie sollen den anderen nicht zum Weinen bringen, sondern nur zeigen, dass Sie nicht eingeschüchtert und von sich selbst überzeugt sind. Halten Sie bei einem Gespräch immer Augenkontakt. Sie können das vorher mit einem Familienmitglied trainieren.

Reden Sie Unsinn. Die meisten Dinge, die man sagt (Small Talk, am Telefon, usw.) haben keine besondere Bedeutung - oft redet man, um zu reden. Nicht alles, was Sie sagen, muss bedeutend, wichtig oder witzig sein. Sagen Sie es trotzdem und kümmern Sie sich nicht darum, was die anderen denken. Sie können ja für den Anfang versuchen irgendwelche Personen aus dem Telefonbuch anzurufen und Ihnen einen schönen Tag wünschen und sie fragen wie es ihnen geht. Oder Sie vermeiden es bewusst auf Straßen anderen auszuweichen, sondern lassen zur Abwechslung die anderen aus dem Weg gehen. Entwickeln Sie eigene Mutproben und führen Sie sie aus.

Ein großer Nachteil von Schüchternheit ist, dass man sich angewöhnt alles alleine zu machen. Gehen Sie stattdessen auf andere Menschen zu und bitten Sie um Hilfe. Versuchen Sie nicht ständig ein Perfektionist zu sein und alles selbst in die Hand zu nehmen.

Erkennen Sie Ihren Wert und verkaufen Sie sich nicht darunter. Entwickeln Sie bewusst hohe Standards. Das heißt auch auf Drogen, wie Alkohol oder Zigaretten zu verzichten um “lockerer zu werden”. Wählen Sie stattdessen den schwierigeren, aber besseren Weg des persönlichen Wachstums.

“Schüchternheit ist ein Fehler, den man nicht tadeln darf, wenn man ihn heilen will.”

Francois de la Rochefoucould

Die gute, alte Zeit

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die immer die alten Zeiten preisen, aber für Schüchterne war das Leben damals schwieriger und es gab vermutlich viel weniger schüchterne Menschen als heute. Da es keine SMS, Emails, Chatrooms und Navigationssysteme gab, musste man mit anderen Menschen direkt in Kontakt treten. Heute gibt es in zunehmendem Maße Internetjunkies - Leute, die glauben ihr Leben vor dem PC führen zu können und das auch versuchen. Der Computer ist nur ein elektrisches Gerät und wird niemals andere Menschen ersetzen können. Und für alle, die glauben ihren Traumpartner im Internet zu finden, stehen die Chancen wirklich nicht sehr gut, auch wenn die Betreiber von Flirtportalen lieber etwas ganz anderes behaupten, um die Umsätze anzukurbeln. Es ist doch viel einfacher einem Tanzklub in der Nähe beizutreten und 20 Mädchen auf einmal kennenzulernen als durch Klicks und SMS.

Konkrete und einfache Übungen und Tipps, die Sie für den Anfang umsetzen sollten:

1. Vereinen und Organisationen beitreten. Dadurch lernt man viele neue Leute kennen und bekommt Übung im Umgang mit anderen Menschen. Besonders empfehlenswert sind Debattierclubs und Theaterkurse. Wenn Sie sich überwinden und vor einer Gruppe fremder Menschen reden, dann wird alles viel leichter. Aber auch Sportvereine und Schachklubs sind geeignet. Die einzige Voraussetzung ist, dass es sich um Organisationen handelt, wo man wirklichen Menschen begegnet und mit ihnen kommuniziert, also keine Onlinecommunities, Chatrooms und Ähnliches. Aufgabe: Treten Sie diese Woche mindestens einem Verein/einer Organisation bei, die Ihnen hilft selbstbewusster zu werden.

2. Jeden Tag einige kleine Schritte machen und aus sich herausgehen. Gehen Sie durch eine belebte Straße und grüßen Sie einige fremde Menschen oder fangen Sie ein Gespräch. Sie könnten jemanden einfach zum Spaß nach dem Weg fragen, in einem Kleidungsgeschäft ein Gespräch über Mode anfangen oder jemandem ein Kompliment machen. Für den Anfang können Sie ja mit Lächeln anfangen. Lächeln Sie einigen Menschen zu und fast alle werden mit einem Lächeln antworten. Falls es am Anfang noch schwierig ist, fahren Sie am besten mit der Bahn in eine fremde Stadt und geht erst nach Hause, wenn Sie die Aufgaben, die Sie sich vorgenommen haben, erfüllt haben. Dort kennen Sie niemanden und die Angst sich zu blamieren ist viel kleiner.

3. Achten Sie auf Ihre Körperhaltung. Laufen Sie aufrecht und richten Sie den Blick nach vorne, anstatt auf den Boden zu schauen. Ich wurde früher einmal gefragt, was ich auf dem Boden suche, weil man dachte ich hätte etwas verloren. Dabei hatte ich es mir einfach angewöhnt NICHT selbstbewusst zu laufen und nach unten zu schauen. Das machte mir bewusst, wie ich auf andere Menschen wirkte und dass ich etwas ändern muss. Ein weitere wichtiger Punkt ist der Augenkontakt. Wenn Sie jemandem direkt in die Augen sehen, dann schauen Sie ihn ruhig einige Sekunden lang an ohne sofort abzuschweifen. Diese zwei Maßnahmen allein werden viel verändern. Niemals nach unten schauen und keine Angst vor Augenkontakt. Seien Sie stolz, wenn Sie durch ein Straße laufen, anstatt sich dafür zu schämen wer Sie sind. Freuen Sie sich der zu sein, der Sie sind, und zeigen Sie das auch.

4. Lächeln. Wenn Sie mehr Selbstbewusstsein wollen, dann lächeln Sie. Sie brauchen keinen bestimmten Grund dafür, tun Sie es einfach. Sie werden feststellen, dass die Menschen fast immer mit einem Lächeln antworten (besonders Frauen). Aufgabe: Schenken Sie mindestens 10 Menschen ein schönes Lächeln und sehen Sie ihnen dabei in die Augen. Sie können es auf der Straße oder bei der Arbeit tun, doch die Voraussetzung ist, dass Sie die Menschen nicht kennen.

5. Stellen Sie bei Gesprächen mit anderen offene Fragen. Wenn Sie jemanden fragen, wie es ihm geht, dann anworten die meisten Menschen mit einem Wort. Versuchen Sie den anderen zu einer längeren Antwort zu bewegen. Fragen Sie nach seiner Meinung. Ein Beispiel wäre: “Was halten Sie eigentlich von der Verteilung des Wohlstandes in unserem Land? Sollte das Geld gerechter verteilt werden oder ist es so in Ordnung? Ihre Meinung dazu würde mich sehr interessieren.”

6. Der Magier Steve Cohen empfiehlt in seinem Buch den Menschen, denen man im Alltag begegnet, eine Münze in die Hosen- oder Brusttasche zu stecken, ohne dass sie es bemerken. Es ist eine wirklich tolle Übung, um Selbstvertrauen zu gewinnen und mutiger zu werden. Und falls Sie auffliegen, kein Problem, denn Sie wollten dem anderen ja nur einen Euro schenken. Die perfekte Kombination aus Gutes tun und sich selbstbewusster machen.

“Was immer du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es. Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt.”

Johann Wolfgang von Goethe

Diese Artikel ist sehr lang geworden (über 6.000 Wörter), aber mir liegt dieses Thema besonders am Herzen, weil ich weiß wie schrecklich einengend es ist, wenn man schüchtern ist. Ich hoffe, dass diese Informationen und Tipps anderen Menschen helfen sich davon für immer zu befreien. Falls Ihnen der Artikel gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn Sie ihn bookmarken könnten. Mehr darüber erfahren Sie bei Wikipedia. Klicken Sie einfach auf den Button “Seite bookmarken” unten. Vielen Dank!

Leben Sie Ihr Leben!

Viel Erfolg!

Wenn euch dieser Beitrag gefällt, dann teilt ihn bitte auf Yigg, del.icio.us und Mister Wong mit anderen, ich würde mich darüber freuen.



Ähnliche Artikel, die Ihnen gefallen könnten:

Kennen Sie schon den kostenlosen 1000tipps-Motivations-Newsletter? Melden Sie sich an und erhalten Sie weitere interessante Artikel und Tipps! Als Geschenk fuer Ihre Anmeldung bekommen Sie zwei kostenlose Ebooks!

Vorname
Email

  • » Die Zeit im Blick haben
  • » 14 Blogs zu den Themen Zeitmanagement, Erfolg und Motivation
  • » Wandern macht Sie fit
  • » Sich selbst treu bleiben
  • » Mit dem Wochenplan Zeit für alles Wichtige
  • 8 Kommentare zu “Wie Sie Ihre Schüchternheit endgültig überwinden und selbstbewusster werden”

    1. Paul sagt:

      Hallo
      Ich hatte auch schon den voherigen Artikel gelesen mit 1000 Tips und dieser Artikel hat mich wirklech aufgemuntert und ich werde jetzt meine Schüchternheit überwinden.
      Ich wäre froh wenn ich noch mehr tips bekäme;doch die paar tips reichen für den Anfang.
      Gibt es hier jemand, der seine Schüchternheit komplett überwunden hat?dh jetzt mit fremden Menschen reden kann ??
      Dank im Voraus
      Paul

    2. Haris sagt:

      mehr Tipps gibt es erst, wenn du alle aus dem Artikel umgesetzt hast :-)

      Es gibt jedenfalls schon mal einen, der seine Schüchternheit überwunden hat (mich). Ich weiß zwar nicht, was für Beweise du brauchst, aber wenn man zum Beispiel in einen Debattierclub geht und vor 30 fremden eine Rede hält (kein Text, nur einige Notizen auf dem Blatt), dann kann man sie als überwunden ansehen.

      Du musst verstehen, dass es in Wirklichkeit keine Schüchternheit gibt, sondern dass es nur eine Idee, ein Gedankengang in deinem Gehirn ist. Im Grunde gibt es deshalb auch nichts zu überwinden.

      Der beste Ratschlag, den ich dir geben kann, ist: TU ES EINFACH!

      Viel Erfolg!

    3. Franzi sagt:

      Ich bin auch sehr schüchtern und da ich gerade eine Ausbildung suche versetzt mir meine schüchternheit immer einen schlag zurück. Weil man in jedem Beruf sehr viel mit anderen Leuten zu tun haben muss und auf fremde menschen zugehen muss… was habt ihr für berufe??? Vielleicht hilft mir eure Antwort bei der Berufswahl ;-) wäre cool… Die Seite ist echt hammercool… ich hoffe dass ich stark genug sein kann und mich auch mal überwinden kann, nicht mehr schüchtern zu sein. Das prägt nämlich das ganze Leben und es nervt auch! Finds echt klasse dass du das schon geschafft hast. MfG franzi

    4. Nadine sagt:

      Hallo,

      Ich bin ein sehr schüchterner Mensch und bin wirklich total froh über diesen Artikel..es trifft alles wirklich total auf mich zu mit meinem Verhalten und meiner Angst..
      Wollte dir nur danken das du das alles aufgeschrieben hast es hat mir geholfen einfach das alles zu verstehn und es ist gut zu wissen das es auch anderen Leuten so geht wie mir..
      Ich werde jetzt auf jeden Fall deine Tipps befolgen und hoffe das sich ein Erflog bei mir feststellt…

      Liebe Grüße

    5. Nadine sagt:

      Ein kleines Problem hätte ich da noch ich werde immer total schnell rot, vorallem wenn mir etwas peinlich ist aber auch wenn ich vor mehreren Leuten etwas sagen muss..Ich fange nun bald eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten an und habe Angst das ich dann jedes mal rot werde wenn ich einen Patienten aufrufen muss oder so..hättest du dazu villeicht auch ein paar Tipps..?

    6. Haris sagt:

      @Franzi: Es ist doch gut, dass du einen solchen Beruf hast. Dadurch wirst du “gezwungen” mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und offener zu werden. Die wenigsten Menschen sind von klein auf gut darin mit anderen zu kommunizieren und müssen diese Fähigkeit erst noch lernen. Es ist von Vorteil, wenn du dir eine Ausbildungsstelle suchst, wo du viel mit anderen Menschen arbeitest. Stell dir vor, du wärst Informatikerin oder Schriftstellerin. Dann würdest du die Schüchternheit vielleicht bis ins Rentenalter mit dir tragen.

      @Nadine: Zum Thema Rot-werden lässt sich nur eines sagen: Wen interessiert es? Die meisten bemerken es gar nicht. Außerdem meint man immer, dass man besonders aufgeregt wirkt oder völlig rot ist, aber das ist nicht wahr. Meistens ist es von außen gar nicht sichtbar. Hinzu kommt, dass du eine Frau bist. Bitte nicht falsch verstehen, aber bei Frauen ist das erstens viel häufiger und zweitens viel “weniger schlimm” als bei Männern. Es ist etwas anderes, wenn ein 2-Meter großer Bodybuilder rot wird…

      Den meisten Männer gefällt es sogar, wenn eine Frau rot wird, aber das ist eine andere Situation…

      Was dein Problem, falls es denn eines ist, beim Aufrufen von Patienten betrifft: Vielleicht wirst du die ersten Male rot, aber Tatsache ist, dass es niemanden interessieren wird. Wahrscheinlich wird es keiner bemerken, weil alle Patienten nur an ihre Probleme und Angelegenheiten denken. Außerdem wird es schon am ersten Tag zur Normalität geworden sein und du wirst dich wundern, wie aufgeregt du früher warst. Mach’ dir einfach keine Gedanken darüber und du wirst sehen, wie leicht es dir fallen wird.

    7. Nadine sagt:

      Hey..

      Vielen dank…Hast mir echt geholfen:)

    8. Erkan sagt:

      Hi, wollte mich sehr bedanken für diese Seite. Hat mir sehr geholfen.Eigentlich bin ich immer auf dinge zugegangen die mich störten,doch habe ich vor einigen Jahren das ständige gegenhalten und Kampf gegen meine Schüchternheit und Ängste sein lassen und alles hinterfragt.Warum muss ich mich immer aufbauen? ist das normal? usw. Doch wie ich sehe übertreibe ich vieles und es sind nur Gedanken an die man arbeiten muss. Danke und Gruß

    Kommentar schreiben

    XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>