Persönliches Wachstum - (Teil I)
14. April 2008Der folgende Text ist eine relativ freie Übersetzung von L. W. Rogers’ “Self-Development and The Way to Power”, den ich vor einigen Tagen gelesen habe und sehr gut fand. Ich habe nur einen Teil (etwa in der Mitte des Originals) übersetzt und eigene Gedanken und Ideen hinzugefügt. Der Text wird sich in mehrere Teile aufteilen und am Ende gibt es wie immer eine PDF-Datei davon. Über den Autor konnte ich leider nichts Genaues (eigentlich überhaupt nichts) herausfinden - vielleicht kann mir ja ein Leser weiterhelfen.
Im Text geht es um die drei wichtigsten Dinge, die man besitzen muss, um zu wachsen und seine Träume zu verwirklichen, er ist vergleichbar mit den Werken von James Allen. Wer das Original lesen möchte, findet es bei gutenberg.org.
Es gibt drei Dinge, die ein Mensch besitzen muss, wenn er erfolgreich in der eigenen Entwicklung sein will. Falls er sie nicht hat, wird er wenig Fortschritt machen, aber glücklicherweise können diese Fähigkeiten, wie alle anderen, gelernt und verwirklicht werden, falls man sie nicht besitzt. Darin besteht die erste Aufgabe eines Menschen, der etwas aus sich machen will.
Die drei Dinge sind ein brennender Wunsch, ein eiserner Will und ein wacher Geist. Warum sind diese drei Qualifikationen so wichtig und welchen Zweck erfüllen sie?
Verlangen ist die Motorkraft der Natur. Sie ist die antreibende Kraft, die alles in seiner Entwicklung vorwärtstreibt. Verlangen ist es, das zum Handeln motiviert. Verlangen treibt das Tier dazu bestimmte Dinge zu tun, die seinen Körper entwickeln und die Intelligenz schärfen. Ohne Verlangen würde es nur herumliegen und untergehen. Aber das Verlangen nach Nahrung, Wasser, Gemeinschaft und seinesgleichen treiben es zur Handlung an und das Ergebnis ist die Entwicklun von Stärke, Geschicklichkeit und Intelligenz im Verhältnis zu der Intensität seines Verlangens. Um diesen brennenden Wunsch zu erfüllen, wird es kämpfen - ganz gleich wie schlecht die Chancen stehen - und ohne zögern sein Leben aufs Spiel setzen.
Beim Menschen ist es nicht anders. Auch hier spielt das Verlangen die entscheidende Rolle bei der Entwicklung. Es treibt dem Menschen zum Handeln und wenn diese Handlung seinen ursprünglichen Wunsch erfüllt, dann wird dieser durch einen neuen ersetzt, der ihn weiter motiviert.
Der durchschnittliche junge Mann, der seine berufliche Karriere beginnt, möchte nur ein gemütliches Zuhause. Wenn er jedoch sein Ziel erreicht hat, will er eine Villa. Bald ist auch die Villa nicht genug und er möchte einen Palast. Dann möchte er mehrere - einen am Strand, einen in der Stadt, einen auf den Bergen. Anfangs ist er mit einem Kleinwagen zufrieden; dann möchte er eine Limousine und schließlich eine Yacht. In seiner Jugend will er nur seinen Lebensunterhalt bestreiten können und begrüßt ein kleines Gehalt, aber der Wunsch nach Geld treibt ihn in die Selbstständigkeit und er arbeitet unermüdlich um die Konkurrenz zu übertreffen. Er glaubt, dass ein kleines Vermögen jeden zufriedenstellen sollte, aber wenn er es hat, will er Millionär sein. Wenn er Erfolg hat, möchte er Multimillionär werden.
Ob er Wohlstand, Ruhm oder Macht begehrt - das Ergebnis ist gleich - wenn der Wunsch erfüllt ist, nimmt ein größerer seinen Platz ein und treibt den Ehrgeizigen zu weiteren Anstrengungen an. Er ergreift den Preis, von dem er glaubt ihn zufriedenzustellen, nur um zu erkennen, dass das Verlangen gewachsen ist und den Wunsch übertroffen hat, während er darauf hingearbeitet hat. Auf diese Weise ist das Ziel, das er erreichen möchte, immer weit von ihm entfernt.
So werden wir von der Natur in die Irre geführt bis wir schließlich erwachen und erkennen, dass alle Gegenstände, die wir wünschen - Juwelen, Paläste, Reichtum, Macht - nichts als leere Objekte sind, und dass die wahre Belohnung für all unsere Anstrengungen zum Erhalt und zur Sicherung dieser Objekte die Erlangung von neuen Kräften ist, die wir auf dem Weg dorthin bekommen haben. Das sind Kräfte, die wir früher nicht hatten und die wir nicht ohne die große antreibende Kraft der Natur - das Verlangen - erhalten hätten.
Der Mann, der ein Vermögen in vielen Jahren durch hartnäckige Anstrengungen beim Organisieren und Entwickeln seines Unternehmens aufbaut, indem er sorgfältig plant und konzentriert nachdenkt, wird natürlicherweise auf das Vermögen aufpassen, das er besitzt, bevor er es an andere weitergibt. Dieses Vermögen ist eine sehr flüchtige und wertlose Sache verglichen mit den neuen Kräften, die unbewusst entwickelt wurden, während er es erworben hat. Diese Fähigkeiten werden beibehalten und bei zukünftigen Unternehmungen eingesetzt. Ein Mann, der es durch eigene Arbeit und Anstrengung zum Millionär gebracht hat, muss nicht fürchten eines Tages arm zu werden, denn selbst wenn er sein ganzes Vermögen verlieren würde, hätte er es dank seiner neuen Fähigkeiten innerhalb von kurzer Zeit wiedererlangt.
Verlangen spielt eine der entscheidensten Rollen in der menschlichen Entwicklung. Es weckt auf, motiviert, treibt an. Was der Wind für das Schiff, was der Dampf für die Lokomotive, ist das Verlangen für das menschliche Wesen. Ohne Verlangen wäre der Mensch in einer todesähnlichen und gefährlichen Situation, von wo aus zukünftiger Fortschritt unmöglich wäre. Aber indem er die niederen Wünsche in höhere umwandelt, schreitet er beständig voran und aufwärts ohne die Antriebskraft zu verlieren, die ihn motiviert weiterzumachen. Der Grund warum wir in unserer Gesellschaft - besonders bei Jugendlichen - so viel Kriminalität, Depressionen und Ziellosigkeit sehen, ist der Mangel an Wünschen bzw. Verlangen. Jemand, den nichts antreibt, der keine Ziele hat, fällt in ein Loch, aus dem er sich nur schwer von selbst befreien kann und wo ihm nichts Gutes widerfährt.
Leben Sie Ihr Leben!
Viel Erfolg!
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