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Der Weg zum Wohlstand - James Allen - 2. Die Welt, ein Spiegel der Geisteszustände

Erstellt von Haris am Sonntag 25. Mai 2008 Schrift VERGRÖSSERN

Wie sie sind, so ist auch Ihre Welt. Alles auf der Welt ist in Ihren Erfahrungen bereits fest beschlossen. Es spielt keine Rolle was außen existiert, denn es ist alles lediglich eine Spiegelung Ihres eigenen Bewusstseinszustands.

Es ist entscheidend wie Sie im Inneren sind, denn alles, was außen liegt, wird entsprechend gespiegelt und gefärbt werden. Alles, was Sie ganz sicher wissen, ist in ihren Erfahrungen enthalten; alles was Sie jemals wissen werden, muss erst die Schranken der Erfahrung durchqueren, um so ein Teil von Ihnen zu werden.

Ihre Gedanken, Sehnsüchte und Ziele sind in Ihrer Welt enthalten, und all die Schönheit, Freude und Glückseligkeit des Universums, oder das Hässliche, die Sorge und der Schmerz, die im Universum bestehen, sind ein Teil von Ihnen. Durch Ihre eigenen Gedanken erschaffen oder verderben Sie Ihr Leben, Ihre Welt, Ihr Universum. Wenn Sie in sich die Kraft der Gedanken entwickeln, werde sich auch Ihr äußeres Leben und die Umstände entsprechend formen. Was auch immer die tiefsten Ecken Ihres Herzens beherbergen, wird früher oder später durch unvermeidbare Reaktionen ihrerseits Einfluss auf Ihre äußere Welt haben.

Eine unreine, elende und selbstsüchtige Seele steuert geradewegs auf Unglück und Zusammenbruch zu; eine reine, uneigennützige und vornehme Seele hingegen fährt zielsicher auf der Spur, die in Richtung des Glücks und Wohlstands führt. Jedes Wesen zieht das zu ihm Passende an, und es kann nichts erreichen, das nicht zu ihm gehört. Dies zu begreifen heißt die allgemeine Gültigkeit des Göttlichen Rechts zu erkennen.

Die Ereignisse eines jeden Menschenlebens, die sowohl schaffen als auch zerstören, widerfahren ihm je nach Qualität und Stärke seiner persönlichen Gedanken. Jedes Wesen ist ein komplexes Konstrukt aus gesammelten Erfahrungen und Gedanken, und der Körper ist nichts weiter als als ein improvisiertes Mittel um ihnen Ausruck zu verleihen. Demnach bestimmen Ihre Gedanken Ihr wahres Ich; und die Welt um Sie herum, sowohl die belebte als auch die unbelebte, spiegelt das wieder, was durch Ihre Gedanken beeinflusst wurde.

„Alles was wir sind ist ein Ergebnis dessen, was wir gedacht haben. Es wurde durch unsere Gedanken begründet; es besteht aus unseren Gedanken.“ Dies sagte Buddha, und daraus folgt, dass ein Mensch deshalb glücklich ist, weil er in glücklichen Gedanken schwelgt; wenn er unglücklich ist, dann verweilt er in mutlosen und schwächenden Gedanken. Ob jemand ängstlich oder furchtlos ist, dumm oder weise, beunruhigt oder gelassen ist, liegt an dem inneren Zustand eines Menschen und niemals an äußeren Umständen. Und jetzt scheint es mir als hörte ich einen Chor von Stimmen rufen: „Aber wollen Sie damit wirklich sagen, dass die äußeren Umstände unsere Gedanken überhaupt nicht beeinflussen?“ Das behaupte ich nicht, aber ich weiß, dass die Umstände Sie mit unfehlbarer Wahrscheinlichkeit nur soweit beeinflussen können wie Sie es zulassen.

Sie schwanken aufgrund des Umstandes, weil sie nicht das richtige Verständnis des Wesens, des Nutzens und der Macht der Gedanken haben. Sie glauben (und an diesem einen kleinen Wort „Glauben“ hängen all unsere Sorgen und Freuden) dass äußere Dinge die Macht besitzen unser Leben zu fördern oder zu zerstören; dadurch fügen Sie sich diesen Umständen, gestehen Ihr Sklave zu sein, und dass sie Ihr uneingeschränkter Herrscher sind; dadurch statten Sie sie mit einer Macht aus, die sie von sich aus nicht besitzen und in Wirklichkeit erliegen Sie nicht den bloßen Umständen, sondern dem Trübsinn oder der Freude, der Angst oder der Hoffnung, der Stärke oder der Schwäche, die Ihre Gedanken verursacht haben.

Ich kannte zwei Männer, die im jungen Alter ihre schwer verdienten Ersparnisse verloren. Einer war zu tiefst betrübt und versank in Kummer, Sorge und Verzweiflung.

Der andere, der in seiner Morgenzeitung las, dass die Bank an der sein Geld angelegt war, auswegslos pleite war und, dass er alles verloren hatte, bemerkte ruhig und überzeugt: „Nun, es ist weg, aber Sorge und Kummer werden es nicht wiederbringen, harte Arbeit dagegen schon.“

Er ging mit neuem Tatendrang zur Arbeit und wurde schnell wohlhabend, während der andere Mann weiterhin den Verlust seines Geldes bedauerte und über sein „großes Unglück“ jammerte, kam der Spott und die nachteiligen Umstände nur durch seine eigene Schwäche und seine sklavischen Gedanken zustande.

Der Verlust von Geld war für den einen ein Übel, weil er des Geschehene mit finsteren und tristen Gedanken betrachtete; für den anderen dagegen war es ein Segen, weil er sich starke, hoffnungsvolle Gedanken machte und einen erneuten Versuch startete.

Wenn Umstände die Macht hätten jemanden glücklich zu machen oder zu verletzen, dann würden sie alle Menschen gleich stark verletzen und alle in gleichem Maße glücklich machen, aber die Tatsache, dass die gleichen Umstände ebenso gut wie schlecht zu verschiedenen Menschen sind, beweist, dass das Böse und das Gute nicht in den Umständen enthalten sind, sondern nur in den Gedanken derer denen es begegnet.

Wenn Sie beginnen dies zu begreifen, werden sie anfangen Ihre Gedanken zu kontrollieren, Ihre Denkweise zu steuern und zu disziplinieren, und Ihren inneren Zustand zu erneuern, alles Nutzlose und Überflüssige zu beseitigen, und allein Freude und Heiterkeit, Stärke und Leben, Mitgefühl und Liebe, Schönheit und Ewigkeit in ihre Denkweise einzubeziehen; und wenn Sie das befolgen, werden Sie fröhlich und heiter, stark und gesund, mitfühlend und liebevoll, und schön mit der Schönheit der Unsterblichkeit.

Und genauso wie wir Ereignisse in das Tuch unseren Gedanken kleiden, kleiden wir gleichermaßen die sichtbaren Dinge in unserer Welt damit ein, und wo der eine Harmonie und Schönheit entdeckt, sieht ein anderer abstoßende Hässlichkeit.

Eines Tages schlenderte ein Naturforscher entlang der Landstraßen, um seinem Hobby nachzugehen, und während seines Streifzuges sah er eine Pfütze mit Brackwasser nahe eines Bauernhofes.

Als er sich entschloss ein kleines Fläschchen mit dem Wasser zu füllen um es unter dem Mikroskop zu untersuchen, ging er, mit mehr Enthusiasmus als Vorsicht, weiter und begegnete einem unkultivierten Bauernsohn, der in der Nähe der Pfütze, mit den unzähligen Wundern darin, stand, und sagte schließlich: „Ja, mein Freund, in dieser Pfütze sind Hunderte, nein, Millionen von Universen, wenn wir nur einen Sinn oder ein Instrument hätten mit denen wir sie erkennen können.“ Und der unkultivierte bemerkte schwerfällig: „Ich weiß, dass das Wasser voll von Kaulquappen ist, aber es ist leicht sie zu fangen.“

Wo der Naturforscher, der in seinem Geist Wissen über die Naturphänomene gespeichert hat, Schönheit, Harmonie und versteckte Herrlichkeit sah, erkannte der mit diesen Dingen nicht vertraute Geist nur eine abstoßende Pfüzte mit Dreck darin.

Die Wildblume, die der gewöhnliche Wanderer achtlos zertrampelt, ist im Auge des Dichters ein engelhafter Botschafter des Unsichtbaren.

Für die meisten ist der Ozean nichts als eine eintönige Fläche mit Wasser, auf der Schiffe segeln, die manchmal zerschellen; für den Geist eines Musikers ist es eine lebendige Sache und er hört in all seinen wechselnden Launen unendliche Harmonie.

Wo der normale Geist nur Desaster und Verwirrung sieht, erkennt der Geist des Philosophen die perfekteste Abfolge von Ursache und Wirkung und wo der Materialist nichts als endlose Vernichtung sieht, erkennt der Mystiker pulsierendes und ewiges Leben. So wie wir die Ereignisse und Dinge mit unseren Gedanken kleiden, so kleiden wir auch die Seelen von anderen in die Gewänder unserer eigenen Gedanken.

Der Misstrauische glaubt, dass jeder misstrauisch ist, der Lügner fühlt sich in dem Gedanken sicher, dass er nicht so dumm ist zu glauben es gäbe eine wahrhaft ehrliche Person; der Neidische sieht in jeder Seele Neid; der Geizige glaubt, dass jeder sein Geld möchte. Er, der sein Gewissen seinem Ziel Reichtum zu erwerben untergeordnet hat, schläft mit einem Revolver unter seinem Kissen, eingehüllt in die Selbsttäuschung, dass die Welt voller gewissenloser Menschen ist, die begierig sind ihn auszurauben, und der verkommene Genussmensch sieht den Heiligen als einen Heuchler.

Andererseits sehen diejenigen, die in liebenden Gedanken schwelgen, dass alles nach ihrer Liebe und Sympathy ruft; die Gutgläubigen und Ehrlichen müssen sich nicht mit Misstrauen herumsschleppen; die Gutmütigen und Großzügigen, die sich an dem Glück der anderen erfreuen, wissen kaum was Neid bedeutet; und derjenige, der das Göttliche in sich erfasst hat, erkennt es auch in allen anderen Lebenwesen, sogar in den Scheusalen.

Und Frauen und Männer werden in ihrer geistigen Anschauung bekräftigt, weil sie durch das Gesetz von Ursache und Wirkung das anziehen, was sie ausgesendet haben und auf diese Weise mit Menschen, die ihnen ähnlich sind, in Kontakt treten.

Der alte Spruch, „Gleich und gleich gesellt sich gern,“ hat eine tiefere Bedeutung als ihm allgemein zugesprochen wird, denn sowohl in der Gedankenwelt als auch in der materiellen Welt klammer sich alles an seine Art.

Wünschen Sie sich Liebenswürdigkeit? Seien Sie liebenswürdig.
Wollen Sie Wahrheit? Seien Sie ehrlich.
Was Sie geben, bekommen Sie zurück.

Die Welt ist ein Spiegel Ihres Selbst. Wenn Sie einer von denen sind, die für eine bessere Welt über das Grab hinaus beten und darauf hoffen, ist hier eine Botschaft der Freude für Sie: Sie sollten diese Welt betreten und jetzt eine bessere Welt verwirklichen; es ist im ganzen Universum und es ist in Ihnen und wartet darauf gefunden, erkannt und besessen zu werden. Einer, der die inneren Gesetze des Seins kannte sagte: „Wenn sie den Menschen sagen, wohin sie gehen sollen und was sie tun sollen, dann geht nicht mit ihnen; das Königreich Gottes ist mit Dir.“

Was Sie tun müssen, ist es einfach zu glauben, ohne Ihren Glauben durch die Schatten des Zweifels verdunkeln zu lassen, und dann darüber nachdenken bis Sie es verstanden haben. Sie werden dann beginnen sich zu läutern und Ihre innere Welt zu erschaffen und wenn Sie von Offenbarung zu Offenbarung, von Erkenntnis zu Erkenntnis schreiten, werden Sie die vollkommene Machtlosigkeit der äußeren Dinge verglichen mit der magischen Kraft eines selbstbestimmten Geistes erkennen.
Leben Sie Ihr Leben!

Viel Erfolg!

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