Selbsterkenntnis
26. März 2008Eine der größten und wichtigsten Fragen im Leben eines Menschen ist: “Wer bin ich?” Sie hat die Menschen schon vor Jahrtausenden beschäftigt und herausgefordert. Am Eingang zum Tempel von Delphi im antiken Griechenlang standen die Worte: ERKENNE DICH SELBST. Das ist ein weiser Ratschlag, doch wie macht man das? Wie erkennt man sich selbst?
Von Anfang an muss klar sein, dass niemand diese Frage für einen anderen beantworten kann. Jeder muss sich selbst erkennen - andere Menschen können ihm nur Hilfestellung leisten oder einen möglichen Weg weisen. Man kann keine Software zur Selbsterkennung auf Ebay kaufen oder einen Coach bezahlen, der die Arbeit für einen macht. In diesem Punkt ist das menschliche Dasein sehr gerecht, denn jeder muss sich selbst die Mühe machen.
“Selbsterkenntnis gibt dem Menschen das meiste Gute, Selbsttäuschung aber das meiste Übel.”
Sokrates
Der erste Schritt ist das Wollen. Sie müssen es sich zum Ziel setzen sich selbst zu erkennen und aktive Schritte unternehmen. Durch Zufall oder Glück werden Sie nicht zu sich selbst finden.
Es gibt eine Geschichte von einem jungen Mann, der im antiken Griechenland zu Sokrates kam und sagte: “Großer Sokrates, ich komme zu Fuß von einem weit entfernten Ort, um bei dir Wissen und Weisheit zu erlangen. Kannst du mir helfen?”
Sokrates forderte ihn auf ihm zu folgen. Er führte ins Meer hinein und ergriff plötzlich seinen Kopf und tauchte ihn unter das Wasser. Der junge Mann wehrte sich, doch er konnte sich nicht befreien. Als fast keine Widerstand mehr zu spüren war, holte ihn Sokrates heraus und legte ihn auf den Strand.
Als der Mann zu sich gekommen war, rannte er fassungslos und wütend zu Sokrates und stellte ihn zur Rede: “Du bist ein großer Mann des Wissens. Warum hast du das getan?”
Darauf antwortete Sokrates: “Was war die Sache, die du am meisten gewollt hast als du unter Wasser warst?”
“Ich wollte Luft zum Atmen.”
Dann sagte Sokrates: “Wenn du Wissen und Weisheit so sehr begehrst wie die Luft unter Wasser, dann brauchst du niemanden danach zu fragen. Beides erhälst du zu jeder Zeit und an jedem Ort.”
So ähnlich verhält es sich mit der Selbsterkenntnis. Man kann sie überall erlangen und finden - auf einer Weltreise oder zuhause im Garten. Doch man muss es wirklich wollen und darf nicht vorschnell aufgeben. Sie müssen den Weg selbst gehen und können nicht erwarten, dass Ihnen jemand die Suche nach sich selbst erleichtert. In Büchern oder Filmen werden Sie die Antwort auf Ihre Fragen nicht finden. Das hört sich zwar sehr philosophisch und buddhistisch an und viele Europäer sind bei solchen Ratschlägen skeptisch. Wir wollen einen genauen 5-Schritte-Plan, mit dem wir uns selbst erkennen können. Leider muss ich Sie enttäuschen. So einen Plan gibt es nicht - auch wenn manche Leute versuchen Ihnen einen zu verkaufen.
Auf die Frage “Wer bin ich?” oder “Was ist meine Aufgabe auf dieser Welt - mein Weg im Leben?” gibt es keine eindeutige Antwort, aber es gibt 6,7 Milliarden verschiede - für jeden Menschen eine. Die Antwort darauf finden Sie nur in sich selbst und niemand kann sagen wie lange Sie suchen müssen. (Das ist vermutlich der Grund, warum manche Menschen niemals anfangen zu suchen.)
Der einzige Weg, der mir bekannt ist, sich selbst zu finden, ist ständig zu hinterfragen und sich selbst kennenzulernen - so wie man eine andere Person kennenlernt. Man sollte sich Zeit für den Vorgang der Selbsterkenntnis nehmen und aktiv daran arbeiten. Doch selbst dann ist es ein sehr langsamer Prozess und Vieles über sich lernt man erst durch die Erfahrungen, die man macht. Ein großer Schritt ist getan, wenn man sich mit seiner Vergangenheit, seinen Glaubenssätzen, seinen Wünschen und Ängsten auseinandersetzt.
Jeder muss diesen Weg selbst gehen und niemand wird ihm die Arbeit abnehmen. Denken ist harte Arbeit, vielleicht ist das der Grund warum es viele Menschen nicht tun, besonders das Denken über sich und sein Leben. Zu dem Thema schreibe ich gerade ein Ebook, aber es wird nur für die Leser des 1000Tipps-Newsletters verfügbar sein. Das tue ich nicht weil ich Sie ärgern möchte, sondern weil ich in meinem Newsletter eine kleine Community aufbauen will, die entschlossen ist Neues zu lernen und ihr Leben zu verbessern (mich eingeschlossen
). Es gibt einfach Dinge, die persönlicher sind und die man in einem Newsletter leichter unterbringen kann, anstatt für alle sichtbar im Blog. Das Ebook ist ein kleines Geschenk an alle Abonnenten.
Leben Sie Ihr Leben!
Viel Erfolg!

28. März 2008 um 15:43