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Glücklich bei der Arbeit

22. August 2008

Unsere Bemühungen als Erwachsene scheinen sich um die Frage zu drehen, wie wir den Zustand erreichen, den wir als Kinder hatten, wenn wir spielten oder voller Begeisterung in eine Aufgabe vertieft waren. Wir versuchen diesen Glückszustand wieder zu empfinden - besonders bei der Arbeit. Ist es nicht komisch, dass wir mit 30 oder 40 Jahren Glücksforscher, Buchautoren und Seminare brauchen, um unser Glück zu finden, das wir mit 5 oder 10 Jahren hatten, ohne uns dabei anzustrengen. Vielleicht liegt es daran, dass wir heute wissen, dass wir glücklich sein wollen und zuviel darüber nachdenken. Als Kinder haben wir keine Bücher dazu gebraucht - wir taten einfach die Dinge, die uns Spaß machen. Es war selbstverständlich. Warum sollte man auch etwas tun, das keine Freude macht?

Doch nach und nach wurden wir älter und mit den zunehmenden Freiheiten kam auch mehr Verantwortung und wir mussten immer öfter das tun, was uns andere sagten. Zuerst waren es Lehrer, dann Arbeitgeber. Wir wurden nach und nach immer mehr gelebt, anstatt selbst zu leben und zu bestimmen wie wir unsere Zeit verbringen. Heute brauchen wir Forscher wie Mihaly Csikszentmihalyi, die Bücher über den Flow bzw. das Glücksgefühl schreiben, das wir empfinden, wenn wir in unserer Arbeit aufgehen und alles um uns herum vergessen. Ich gebe zu, dass das Leben eines Kindes viel einfacher ist als das eines Erwachsenen. Das Kind muss kein Geld verdienen, keine Lebensmittel einkaufen und kochen, keine Steuern zahlen, hat keine Termine, usw.

Der Glückszustand, den wir als Volljährige zu erreichen versuchen, hatten wir als Kinder ohne uns anstrengen zu müssen. Und das liegt zumindest zum Teil daran, dass wir uns nicht anstrengen mussten, denn das Meiste erledigten unsere Eltern für uns. Wir konnten uns auf das Leben konzentrieren. Dennoch kann es daran allein nicht liegen, denn es gibt auch reiche Menschen, die Angestellte haben, die alle Arbeit für sie übernehmen und trotzdem sind sie nicht glücklich.

Wenn ich an Glück bei der Arbeit denke, versuche ich einen Zustand zu erreichen, der so ist, wie die Zeit als ich gezeichnet habe. Ich war früher ein begeisterter Comic-Leser und Zeichner und verbrachte fast jeden Tag einige Stunden damit. Ich hatte keinen Plan oder eine To-Do-Liste, sondern tat es weil es mir viel Spaß machte und weil ich ein Comiczeichner werden wollte. Es gab mir die Möglichkeit alles um mich zu vergessen, nur im Moment zu leben, ohne Gedanken an etwas anderes. Nur ich, ein Blatt Papier und ein Stift.

Dinge wie Müdigkeit oder Anstrengung spielten keine Rolle. Die Konzentration kam von selbst. Die Ergebnisse kamen von selbst. Und auch die Zufriedenheit war selbstverständlich. Auch wenn ich inzwischen nicht mehr zeichne und Comics lese, hat mir diese Zeit viel beigebracht. Eine Sache war, dass man seine Fähigkeiten durch regelmäßiges Arbeiten und konstante Verbesserung erweitert. Man wird nicht talentiert geboren. Doch das Wichtigste, das ich gelernt habe, ist, dass der Idealzustand beim Arbeiten ist, wenn man dieses Glücksgefühl empfindet und den Rest der Welt vergisst. Das soll nicht heißen, dass an der Welt etwas auszusetzen wäre und man ihr entfliehen sollte, sondern dass dieser Zustand optimal für die Arbeit ist.

Falls man ihn erreicht, spricht man nicht mehr von seiner Arbeit. Man sagt stattdessen: “Ich muss Zeichnen/Kochen/Bauen/Unterrichten/Verkaufen.” Es ist keine Arbeit mehr, sondern wird ein Vergnügen. Falls wir unsere Arbeit mit Freude machen, falls wir sie tun wollen und nicht nur müssen, dann leisten wir ganz automatisch unser Bestes und unsere Fähigkeiten wachsen. Wie sind konzentriert und erfinden nicht ständig Ausreden, die uns davon abhalten. Vereinfach gesagt: Das Leben ist viel einfacher, wenn man die Dinge tut, die man tun will. Und der Erfolg kommt früher oder später.

Hier liegt meiner Meinung nach die große Gefahr, wenn man sich nur auf das Geld konzentriert. Tut man die Dinge nur wegen der zu erwartenden Belohnung, wird es sehr anstrengend und man gibt meistens vorher auf. Ist es nicht besser seine Arbeit als Belohnung anzusehen und das Geld nur als einen Zusatz. Es gibt viele Wege, um Geld zu verdienen, doch nur wenige, die zur eigenen Persönlichkeit passen und das Leben lebenswerter machen. Es ist zu anstrengend Dinge zu tun, die keine Freude machen oder die man nicht aus eigenem Antrieb tut. Die Frage nach dem Glück ist nicht so schwer wie wir manchmal denken. Wir Erwachsene stellen uns oft etwas kompliziert an. Ein Kind kennt die Antwort darauf, wie man bei der Arbeit glücklich wird: Man tut die Dinge, die man mag.

In diesem Zusammenhang kann ich das Buch “Der kleine Prinz” von Antoine de Saint-Exupery empfehlen. Schnell zu lesen und einfach geschrieben, aber doch voller Weisheit und Inspiration. Ein Zitat daraus: “Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”

Leben Sie Ihr Leben!

Viel Erfolg!

 

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  • Ein Kommentar zu “Glücklich bei der Arbeit”

    1. M.M sagt:

      Ich erkenne mich beim lesen deiner Beiträge ziemlich oft wieder. Als ich die Realschule besuchte und ich meinen Klassenkameraden von meinem Traumberuf als Programmierer erzählte wurde ich nur belächelt. Habe mich aber von meinem Weg nicht abbringen lassen, heute (nach 5 Jahren) habe ich meinen Traum verwirklicht und freue mich jeden Tag auf die Arbeit. Ein Arbeitstag vergeht wie im Flug und manchmal bin ich sogar schon fast traurig, wenn ich auf dem Weg nach Hause bin. Es sprudeln die ganze Zeit neue Ideen aus mir herraus.

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