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Die Macht des Unterbewusstseins und wie man sie nutzt

Erstellt von Haris am Montag 2. Juni 2008 Schrift VERGRÖSSERN

In diesem Artikel geht es um die Macht des Unterbewusstsein, wie man sie nutzen kann und worauf man besonders achten sollte. Sie können sich das Unterbewusstsein und das Bewusstsein als zwei ungleichartige Brüder vorstellen. Der eine ist körperlich schwach, aber sehr intelligent und einflussreich, indem er dem großen sagt, was er tun und lassen soll; er repräsentiert das Bewusste. Der andere Bruder ist ein Hüne, der durch seine Körperkraft beeindruckt und Vieles erreichen könnte, wenn er seinen eigenen Willen hätte und nicht ständig auf den kleineren Bruder blicken würde, um zu wissen, was er tun soll. Er hat zwar große Kräfte, ist aber nicht unabhängig; er repräsentiert das Unterbewusstsein.

Wenn diese zwei Brüder sich streiten oder nicht die Fähigkeit besitzen effektiv miteinander zu kommunizieren, dann geht jeder seinen Weg und ihre Schwächen verhindern, dass sie im Leben weiterkommen. Sind die Brüder jedoch geeint und verstehen sich blendend, können sie Unglaubliches leisten. Dann kommen vor allem die Stärken der beiden zum Vorschein und die Summe der Einzelteile ergibt ein größeres Ganzes. In diesem Fall stehen Unterbewusstsein und Bewusstsein im Einklang. Der kleine Bruder gibt die Befehle und plant die Handlungen und der starke führt sie aus.

Die meisten Menschen konzentrieren sich im Leben zu sehr auf den kleinen, schwachen Bruder und vernachlässigen den großen. Das verhindert, dass sie ihr volles Potential nutzen und große Ziele erreichen. Um das Unterbewusstsein richtig nutzen zu können, ist es notwendig die Hintergründe zu kennen und zu wissen wie man mit ihm umgeht. Vielleicht hilft Ihnen das Vorstellen der zwei Brüder die Regeln besser zu verstehen und sie sich einzuprägen, oder aber Sie finden eigene Bilder.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein ist die Aufnahme von Befehlen. Während das Bewusstsein einen Filter besitzt, um zwischen sinnvollen oder schädlichen Aufforderungen zu unterscheiden, hat das Unterbewusstsein keinen Filter und nimmt jeden Befehl, den es erhält, auf und führt ihn aus. Es achtet nicht darauf, ob die Folgen negativ oder positiv sind, sondern verfolgt stur die gestellte Aufgabe. Doch es ist nicht so, dass jeder Gedanke vom Unterbewusstsein sofort als Befehl aufgefasst wird, sondern vor allem sich ständig wiederholende Gedanken und solche, die mit starken Gefühlen verbunden sind. Oft sind es auch Gedanken, die beide Eigenschaften erfüllen. Ein Beispiel für einen ständig wiederkehrenden Gedanken wäre, wenn Sie sich jeden Tag sagen, dass Sie in fünf Jahren die Goldmedaille beim Turnen gewinnen. Ein Beispiel für einen mit Emotionen verknüpften Gedanken wäre das ständige Träumen von dem Augenblick, wenn Ihnen die Medaille umgehängt wird, das Empfinden des Stolzes und des Glücks und die Anerkennung der anderen.

Durch die ständige Wiederholung des Wunsches und der damit verbundenen Bilder wird das Unterbewusstsein zur Hilfe gerufen und nimmt sich der Sache an. Es wird diesen Wunsch umsetzen, ohne zu hinterfragen, ob es möglich ist oder ob sich der Aufwand lohnt. Das Wichtigste dabei ist der feste Glaube an sein Ziel, ohne negative Gedanken, wie “Ich schaffe das doch nie.”, stören zu lassen. Bis Ihr Unterbewusstsein aktiv wird und die notwendige Motivation und Kreativität entwickeln kann, dauert es eine gewisse Zeit. Das ist wie beim Bestellen eines Feldes. Dort würden Sie doch auch nicht nach einer Woche die Erde umgraben, weil nichts wächst, und schließlich die Naturgesetze hinterfragen. Die Gesetze des Unterbewusstseins erfordern Vertrauen und Geduld, um wirken zu können und Großes für Sie zu leisten.

Den Gedankensamen pflanzt immer das Bewusstsein, aber zum Wachsen bringen ihn die verborgenen Kräfte des Unterbewussten. Doch so wie Sie bei Weizensamen nicht erwarten können, dass am Ende Pfirsichbäume auf Ihrem Feld wachsen, müssen Sie auch ständig darauf achten womit Sie Ihr Unterbewusstsein füttern. Wenn Ihre Gedanken von Sorgen um Ihre Finanzen und von Neid beim Anblick des Reichtums anderer geprägt sind, dann wird Ihnen das Unterbewusstsein die entsprechende Rechnung präsentieren - und sie wird Ihnen nicht gefallen. Auch scheinbar kleine und unwichtige Gedanken können weitreichende Wirkungen haben, da sie verstärkt werden und etwas Größeres aus Ihnen erwächst.(Kleine Fehler und ihre Folgen)

Ihr Unterbewusstsein wird zwar auch von größeren Einflüssen beeinflusst, aber es ist sehr wichtig einzusehen, dass man selbst die Verantwortung trägt, denn unser eigener Einfluss darauf ist immer noch der größte. Wir können die Schuld für Armut, Mißerfolge oder Angst nicht auf andere Menschen oder äußere Umstände schieben, sondern nur auf uns. Wir sind die Herren unseres Schicksals, auch wenn manche Leute lieber etwas anderes hören würden. Der einzige Weg, um sich aus diesem selbstverschuldeten Unglück zu befreien, besteht darin selbst etwas zu tun. Nur durch eigene Handlung kann ein Mensch seine schlechten Lebensbedingungen überwinden und seine Ziele verwirklichen.

Wenn Sie sich an das Unterbewusstsein richten, müssen Sie die Sätze positiv formulieren, also statt “Ich bin nicht mehr krank.” “Ich bin gesund.” oder “Ich werde gesund.” Falls Sie verneinende Befehle verwenden, wird Ihr Unterbewusstsein den Unterschied nicht erkennen; es wird sich vor allem auf das “krank” in dem Satz konzentrieren. Erinnern Sie sich daran, dass der große, starke Bruder leider ziemlich schwer von Begriff ist und wie ein Kind genaue und leicht verständliche Anweisungen braucht, um sie zu verstehen.

Das Unterbewusstsein ist besonders von Bildern beeinflussbar - eine Filmszene, die wir vor langer Zeit gesehen haben, vergessen wir oft nach 20 Jahren nicht, aber eine Zeile in einem Buch ist schnell in Vergessenheit geraten. Das liegt einfach an der Tatsache, dass unser Gehirn in Bildern denkt und sich diese viel leichter einprägen kann. Stellen Sie sich deshalb eine Geldsumme, die Sie besitzen möchten, nicht als Zahl vor, sondern stattdessen einen großen Geldhaufen oder ein großes Haus, das Sie sich davon kaufen. Sprechen Sie in der Sprache des Unterbewusstseins, wenn Sie wollen, dass es für Sie aktiv wird.

Sie wissen inzwischen worauf das Unterbewusstsein besonders stark reagiert: auf wiederkehrende Gedanken, auf Bilder und auf Emotionen. Die besten Methoden, um es in die gewünschte Richtung zu lenken, sind deshalb solche, die darauf aufbauen.

1. Affirmationen
Durch Affirmationen erhält Ihr Unterbewusstsein jeden Tag wiederkehrende Gedanken, die es nach und nach speichern kann und nach denen es handeln kann. Ein Beispiel für eine Affirmation bzw. Bejahung ist: “Ich werde meine große Liebe finden. Ich weiß es einfach.” Der Satz sollte nicht zu kompliziert und positiv formuliert sein. Natürlich muss man es nicht bei einem Satz belassen. Seine Affirmationen wiederholt man einige Minuten lang mehrmals am Tag, am besten vor einem großen Spiegel. Es sit vielleicht etwas komisch sich selbst im Spiegel zu sehen und “Ich schaffe es!” zu rufen, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran. Es ist ja auch im Grunde nichts anderes als sich selbst anzufeuern. So wie ein Fußballtrainer seine Spieler motiviert, so tun Sie das bei sich selbst. Doch dieser kurzfristige Motivationsschub ist nur eine verhältnismäßig kleine Auswirkung, denn das Hauptgeschehen läuft unterbewusst ab und nach Wochen oder Monaten wird es selbstverständlich für Sie sein, dass Sie es schaffen, komme was wolle.

2. Imagination
Eine weitere Methode, um das Unterbewusstsein zu trainieren, ist die Methode des Visualisierens. Dabei legt man sich auf den Boden oder setzt sich in einen gemütlichen Sessel und atmet anschließend einige Male tief durch. Jetzt stellt man sich die Ergebnisse vor, die man erreichen will, zum Beispiel wie man vor seinem PC zuhause sitzt und damit seinen Lebensunterhalt verdient. Der Weg zu diesem Ziel ist in diesem Augenblick unwichtig, es geht nur um das Endergebnis. Falls man reich werden möchte, stellt man sich die Dinge vor, die man sich oder anderen kaufen möchte, oder wie man eine angesehene Persönlichkeit in der Gesellschaft ist, ohne den Aufstieg zum Vermögen zu visualisieren; man kann sich lediglich einige bedeutende Zwischenstationen vorstellen, wie das erste eigene Auto oder eine Wohnung, die man seinen Eltern kauft.

Wichtig beim Visualisieren sind vor allem die Gefühle, die man dabei empfindet, denn die Bilder sollten so emotional wie möglich sein. Anstatt sich also bloß eine Yacht vorzustellen, denken Sie an eine wunderschöne Yacht mit Ihnen und einigen Freuden darauf, wie Sie sich sonnen und vielleicht einige Minuten schwimmen. Ihre Bilder sollten sehr detailliert und farbig sein. Beim Visualisieren sollte man beachten, dass es, wie bei Affirmationen, eine gewisse Zeit braucht um zu wirken und möglichst jeden Tag einige Male ausgeführt wird. Die Szenarien, die Sie sich vorstellen, sollten so realitätsnah wie möglich sein und Sie sollten dabei eine innere Freude spüren. Der große Vorteil beim Visualisieren ist die Flexibilität, denn es lässt sich gut in Ihren Alltag integrieren, wie z.B. in der Bahn, beim Joggen oder im Büro. Mehr darüber erfahren Sie in einem früheren Artikel über Visualisierung (Visualisieren Sie Ihre Ziele).

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sprache mit sich selbst im Allgemeinen und diejenige, die sich an den Körper richtet. So sollte man nicht an einem kalten Tag schon im Voraus glauben, dass man am nächsten Tag Schnupfen haben wird. Stattdessen sollte man an die heilenden Kräfte des eigenen Körpers Vertrauen. Die Gesundheit eines Menschen hat viel mit seinen täglichen Gedanken und seiner geistigen Einstellung zu tun. Im Grunde ist es immer der Körper, der sich heilt, Ärzte und Medikamente helfen ihm dabei lediglich und beschleunigen den Genesungsprozess. Oder wie man früher sagte: Der Arzt verbindet die Wunde, Gott heilt sie. Da das Unterbewusstsein jeden unbedachten Befehl ausführt (wenn auch nicht immer sofort), sollte man vorsichtig mit seinen Gedanken sein.

Das Vertrauen sein Unterbewusstsein langfristig an seinen Wünschen arbeiten zu lassen, hat viel mit der Fähigkeit träumen zu können zu tun. Haben Sie keine Angst von großen Dingen zu träumen und aktivieren Sie wieder diese grenzenlose Vorstellungskraft, die in Ihnen schlummert. Konzentrieren Sie sich nicht zu sehr auf die Realität und auf das, was anscheinend unmöglich ist. Legen Sie einfach los und verabschieden Sie sich von dem Glauben, Sie hätten keine Phantasie oder könnten sich solche Dinge nicht vorstellen. Erzeugen Sie positive Bilder im Gedächtnis, sobald Sie bemerken, dass Sie Angst oder Zweifel haben. Sind Sie beispielsweise ängstlich vor einem Bewerbungsgespräch und zweifeln an Ihren bisherigen Berufserfahrungen, dann ersetzen Sie dies durch die Vorstellung von sich wie Sie die Stelle bekommen haben und der Chef Ihnen anerkennend auf die Schulter klopft und gratuliert. Denken Sie an das Erfolgsgefühl und seien Sie von Ihren Fähigkeiten überzeugt.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass alles Visualisieren, Träumen und Bejahen sinnlos und ohne Wirkung ist, wenn man nichts unternimmt. Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet. Wer glaubt nur durch seine geistigen Kräfte, aber ohne Arbeit ein Vermögen aufbauen zu können, wird es nicht weit bringen. Man kann nicht erwarten durch Affirmationen gesund zu bleiben, wenn man nicht bereit ist das Rauchen aufzugeben und Sport zu treiben. Manche Menschen verstehen den Aufruf zum positiven Denken falsch und sagen: “Positives Denken macht mich auch nicht satt!” oder “Gedanken und dieses ganze Zeug bringen mir auch keine Gehaltserhöhung.” Doch sie vergessen, dass das Denken und die Einstellung nur eine Seite der Medaille des Erfolgs darstellen. Auch das entsprechende Handeln muss folgen, wenn man Ergebnisse sehen will. Fast immer ist es jedoch so, dass der erste Impuls vom Denken und vom Unterbewusstsein ausgeht und die Handlungen nur eine Art Folgeerscheinung einer positiven Geisteshaltung sind. Die Handlungen sind so gesehen zu Ende gedachte Gedanken. Das Unterbewusstsein setzt Ihre dominierenden Gefühle und Gedanken um. Es dauert zwar etwas bis die Idee verwirklicht ist, aber solange der Wunsch vor dem geistigen Auge bleibt, arbeitet auch Ihr Unterbewusstsein daran.

Immer wieder wenn ich ein Buch über das Unterbewusstsein lese, stoße ich auf - für viele Menschen unglaubliche - Behauptungen von Telepathie, Seelenverwandtschaft und sogar Zukunftsprognosen. Aktuell habe ich ein Buch vor mir, in dem der Autor einige Prophezeihungen von Nostradamus aufgeschrieben hat und seine Genialität zu beweisen versucht. Auch der Kinofilm “The Secret” war keine besonders große Hilfe dabei die Menschen über die Kraft der Gedanken und Ihr Unterbewusstsein aufzuklären, sondern ein langer Werbespot. Leider kommt es immer wieder vor, dass Leute, die über diese Dinge schreiben ein wenig zu motiviert sind und alle möglichen Dinge hineinpacken, so nach dem Motto “Sie haben schon die Macht des Unterbewusstseins akzeptiert, also können Sie genausogut an Wiedergeburt, Vegetarismus und Verschwörungstheorien glauben.”

Von solchen voreiligen Schlüssen halte ich nicht sehr viel und ich werde dann immer vorsichtig. Ich akzeptiere zwar, die Tatsachen, wie den enormen Einfluss unserer Gedanken auf unser Leben und dass unser Unterbewusstsein seinem “Herrn” große Dienste leisten kann, aber bei dem ganzen Rest bleiben viele Fragezeichen stehen. Zwar bezweifle ich nicht, dass es Dinge wie Wiedergeburt oder übernatürliche Phänomene gibt, aber das weiß niemand und derjenige, der es sicher behauptet schwindelt ein wenig. Unser Wissen als Menschen ist sehr begrenzt und wir verstehen Vieles nicht, wahrscheinlich werden wir manche Fragen niemals endgültig beantworten können, aber nur weil man das Gegenteil nicht beweisen kann, ist es noch kein Grund an die verschiedensten “Esoteriktheorien” zu glauben. Bücher, die Sätze wie “Schließen Sie die Augen und vereinen Sie sich mit dem unendlichen Geist, der alle Dinge durchfließt und spüren Sie die Harmonie der Welt, denn die allwissende Seele wird Sie auf dem Weg leiten. Seien Sie ein Schmetterling, der …” wirken für mich etwas weit hergeholt.

Deshalb sollte man meiner Meinung nach nicht den Fehler machen Dinge wie Visualisierung und Affirmation als Hokuspokus abzutun, nur weil man an das ganze Drumherum nicht glaubt. Das Unterbewusstsein besteht und es hat einen sehr großen Einfluss auf unser Leben. Die tolle Nachricht ist, dass wir es nutzen können wie wir wollen. Es kann unser größter Verbündeter werden, wenn wir wollen. Stellen Sie sich die Dinge, die Sie sich wünschen, einfach so oft wie möglich während des Tages vor und vermeiden Sie jegliche Gedanken mit Zweifeln und Ängsten. Falls nötig gehen Sie öfters auf die Toilette und machen Ihre Visualisierungen dort. Vermeiden Sie es mit Menschen über diese Dinge zu reden, die nichts davon verstehen, denn sie werden nur versuchen es Ihnen auszureden und zu beweisen, dass es Unsinn ist. Skeptiker sind meistens zu faul um es selbst zu versuchen und es geht ihnen oft nur darum Recht zu behalten als anderen zu helfen oder Neues zu lernen. Sie wissen es inzwischen besser und sollten darauf vertrauen.

Ich habe die Gesetze des Unterbewusstseins nicht erfunden und ich bin nicht der Erste, der über den Einfluss der Gedanken schreibt. Wenn Sie sich mit den Biografien großer Männer und Frauen, wie Einstein, Geothe, Curie und Mutter Theresa, beschäftigen, werden Sie bemerken, dass dieses Wissen seit Jahrhunderten bekannt ist und angewandt wird. Alle erfolgreichen Menschen haben sie bewusst oder zufällig bzw. unwissend benutzt. Der Mensch ist das, was er den Tag über denkt. Nicht mehr und nicht weniger. Säen Sie in Ihrem Unterbewusstsein Gedanken und Bilder des Wohlstandes, der Liebe und des Glücks und Sie werden es erhalten. Sehen Sie Ihren zukünftigen Erfolg in der Phantasie als verwirklicht an, um die Straße zu Ihrem Wunschleben mit Glück und Freude zu pflastern.

Joseph Murphy vergleicht das Unterbewusstsein mit einem fruchtbaren Humusboden, auf dem alle Samen, negative wie gute, gedeihen. Auch wenn es Ihnen nicht immer klar ist, hinterlassen Ihre Gedanken starke Eindrücke im Unterbewusstsein. Sie sind nicht sofort sichtbar, aber dennoch zeigen sich Ihre Auswirkungen früher oder später. Es gibt keine allgemein gültigen Wahrheiten, sondern sie entsteht bei jedem Menschen individuell - und zwar im Unterbewusstsein. Manche Menschen glauben, dass die Menschen wie Tiere sind, die übereinander herfallen würden oder dass Geld an allem schuld ist. Andere haben Hoffnung und glauben, dass die Menschen im Grunde gut sind und zusammen an einer besseren Zukunft arbeiten wollen. Manche glauben, dass sie vom Pech verfolgt werden, während andere erwarten Glück zu haben und wie Gustav Gans lächelnd durch die Welt ziehen.

Unsere Umgebung, andere Menschen, das Wetter - kurz alles Äußere - durchläuft in unserem Kopf einen Filter. Es kommt nicht ungehindert zum Gehirn bzw. Unterbewusstsein. Durch unsere Glaubenssätze sieht jeder von uns eine andere Realität, auf die er seinen Gedanken entsprechend reagiert. Nehmen wir das Beispiel eines selbstbewussten Menschen, dem ein Fremder zulächelt. Er wird etwas Gutes annehmen, vielleicht dass er gut aussieht oder etwas Ähnliches, und zurücklächeln. Ein Mensch mit geringem Selbstbewusstsein hingegen wird noch unsicherer und denken, dass er wegen seiner Kleidung ausgelacht wird. Auf diese Weise verstärkt die eigene Empfindung des äußeren Ereignisses die eigenen Ansichten und Gefühle. Das Ereignis ist gleich, doch die Art und Weise, auf die zwei Personen es interpretieren, ist anders.

Die Welt passt sich durch Ihr eigenes Denken und Handeln nach und nach dem Bild, das Sie von sich selbst haben, an. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes der Gestalter Ihres eigenen Lebens. Die entscheidende Frage ist: Wofür halten Sie sich? Ihre Selbstvorstellung wird sich früher oder später in Ihrem Leben wiederspiegeln.

Eine weitere tolle Eigenschaft des Unterbewusstseins ist seine rastlose Aktivität. Es arbeitet immer für Sie, sogar wenn Sie sich dessen nicht bewusst sind, wie zum Beispiel beim Schlafen. Manche Leser fragen sich vielleicht: “Also gut, das Unterbewusstsein ist mächtig und kann mir helfen, aber wie groß ist seine Kraft überhaupt?” Meiner Meinung nach ist sie grenzenlos. Wie groß die Macht Ihres Unterbewusstseins ist, hängt vor allem davon ab, wie stark Ihr Glaube daran und an sich ist und wie gut Sie es benutzen. Das ist ähnlich wie bei Placebos (=Medikamente, die keine sind). Wenn Sie fest daran glauben, dass Ihnen die Medizin vom Arzt helfen wird, werden Sie gesund, aber wenn Sie nicht daran glauben, können Ihnen keine Placebos und keine richtigen Medikamente helfen.

Ihr Unterbewusstsein ist ständig durch Suggestion beeinflussbar und es ist sicherlich besser durch Autosuggestion sein eigenes Schicksal zu bestimmen als nichts zu tun. Sie werden beeinflusst, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Fernsehen, Internet, Zeitungen, Erlebnisse, andere Menschen, Gespräche und vieles mehr wirken ständig auf Ihr Unterbewusstsein ein. Sie sollten einen möglichst großen Teil dieser Beeinflussung selbst in die Hand nehmen und, wenn Sie können, wählen mit welchen Bilder Sie Ihr Unterbewusstsein füttern. Anstatt ständig in Apothekenzeitschriften zu lesen (die nicht zufällig auf jeder zweiten Seite Medikamentenwerbung enthalten) welche Krankheit als nächstes gefährlich wird, sollten Sie glauben, dass Ihr Körper mit allem, was auf ihn zukommt, fertig wird. Das wirksamste Medikament ist der Glaube.

Ihr Geist ist so etwas wie Ihre eigene Werkstatt, in der Sie Ihre Wünsche, Ihre Persönlichkeit und Ihre Zukunft erschaffen. Wenn Sie Ihr Leben betrachten, werden Sie bemerken, dass der größte Teil davon unterbewusst abläuft. Beim Einkaufen nehmen Sie Dinge mit, deren Kauf nicht rational geschieht. Wenn Sie sich in jemanden verlieben, denken Sie nicht erst darüber nach - es geschieht einfach. Die wenigsten Menschen kaufen Autos oder Häuser nach praktischen Anhaltspunkten, sondern vor allem wegen bestimmter Emotionen. Unsere Träume in der Nacht laufen im Unterbewusstsein ab, usw.

Um die Kräfte des Unterbewusstseins zu aktivieren, muss positives Denken gepaart mit emotionalen Bilder vorhanden sein. Erst muss das Bewusstsein von der Verwirklichung des Ziels vollkommen überzeugt sein, um mit dieser Begeisterung das Unterbewusstsein anzustecken. Wenn Ihr Unterbewusstsein auf das Ziel gerichtet ist und seine Arbeit aufgenommen hat, ist ein Mißerfolg ausgeschlossen. Das heißt zwar nicht, dass Ihr Ziel ohne Rückschläge erreicht wird, aber durch die geistige Einstellung und den Einfluss des Unterbewussten sieht man sie nur als kleine Unterbrechungen auf dem Weg zum Ziel. Was andere Leute als Katastrophen ansehen, ist für Sie nur ein kleiner Mißerfolg - ein kurzfristiger Knick in Ihrer Erfolgskurve. Versuchen Sie nichts zu erzwingen, sondern haben Sie Vertrauen zu Ihrem Unterbewusstsein und sich selbst. Vielleicht dauert es etwas länger als Sie geplant haben, aber Sie werden die Gewissheit haben, dass Sie Ihr Ziel letztendlich doch erreichen.

Seien Sie bei Ihren Visualisierungen entspannt und vertrauen Sie darauf, dass Ihr Wunsch wahr wird. Das ist wie beim Basketballspielen, wenn Sie einen Freiwurf ausführen. Wenn Sie verkrampfen und sich unter Druck setzen, werfen Sie daneben. Aber wenn Sie entspannt bleiben und auf Ihre jahrelange Übung vertrauen, geht es wie von selbst. Ihr Bewusstsein und Ihr Unterbewusstsein sollten mit geeinten Kräften auf das gleiche Ziel hinarbeiten. Nutzen Sie die Kräfte Ihrer beiden Diener, des kleinen, schlauen sowie des großen und starken, anstatt zuzulassen, dass sich ihre Kräfte entzweien. Vermeiden Sie einen Widerstreit zwischen Ihren zwei Dienern. Manche Menschen versuchen mit leeren Worten etwas zu erreichen, aber innerlich haben sie andere Glaubenssätze und Gefühle; deshalb wird Ihr Wunsch nie Wirklickeit. Es kann notwendig sein Ihre Affirmationen zu ändern, an den Glaubenssätzen zu arbeiten oder etwas bescheidener anzufangen, um einen inneren Konflikt zu überwinden.

Außerdem ist Geduld und Durchhaltevermögen notwendig, denn falls Sie sich jahrzehntelang eingeredet haben, dass Sie niemals erfolgreich sein werden, kann es dauern bis diese schädlichen Ansichten von früher vom Unterbewusstsein endgültig “ausgespült” und ersetzt werden. Haben Sie keine Angst mit Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft zu blicken und fest an Ihr Ziel zu glauben. Das Glück ist mit den Mutigen. Bleiben Sie konsequent bei Ihren neuen Gedanken und Glaubenssätzen und schwanken Sie nicht, indem Sie ständig etwas Neues hinzufügen, es durch neue Wünsche ersetzen und Zweifel haben. Stellen Sie sich Ihren Erfolg bildlich vor und machen Sie es sich zur Gewohnheit Ihre Phantasie zur Hilfe zu rufen und Sie werden erhalten, was Sie verlangen. Besonders die Zeit unmittelbar nach oder vor dem Schlafen ist sehr geeignet, um das Unterbewusstsein durch Affirmationen zu beeinflussen.

Eine weitere Methode, die Joseph Murphy empfiehlt, ist eine Art persönliches Gebet zu schaffen und es immer wieder aufzusagen. Ein Beispiel: “Ich vertraue meinem Unterbewusstsein voll und ganz. Es wird für mich den richtigen Weg für mein Leben finden und mich durch sein Allwissen leiten. Diese unaufhaltsame Kraft befindet sich in mir und enthält alle Antworten auf die Fragen des Lebens. Es wird mir mitteilen, was der Sinn meines Lebens ist.” Zu diesem Vorgehen kann ich nicht viel sagen, da ich es selbst nicht benutze und keine Erfahrungen damit habe. Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser etwas zu berichten.

Manche Menschen können Probleme anscheinend im Schlaf lösen, wie man immer wieder in entsprechenden Berichten lesen kann. Besonders Forscher und Erfinder, wie Tesla oder Edison, haben hier ihr Unterbewusstsein zur Hilfe gerufen. Wenn man sich ausführlich mit einer Sache beschäftigt und einfach nicht hinter die Lösung kommt, kann ein kleines Nickerchen nützlich sein, denn das Unterbewusstsein arbeitet weiter und präsentiert dann die Lösung im Traum. Es hilft auch nachts vor dem Einschlafen darüber nachzudenken und die Angelegenheit an die unterbewussten Kräfte abzugeben.

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Ziel und bleiben Sie ausdauernd. Lassen Sie sich durch andere Menschen oder eigene Zweifel nicht vom Weg abbringen, sondern bleiben Sie stur bei Ihrem Wunsch. Denken Sie an die unglaubliche Macht Ihrer Phantasie und Ihrer Gedanken, denn durch sie können Sie alles erhalten, das Sie haben wollen. Geben Sie niemals Ihre Träume auf, sondern kämpfen Sie weiter bis Sie am Ziel angekommen sind.

Leben Sie Ihr Leben!

Viel Erfolg!

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  • 2 Kommentare zu “Die Macht des Unterbewusstseins und wie man sie nutzt”

    1. ben sagt:

      Bin zur Zeit in der Situation das sich in meinem Leben etwas grundlegendes ändern könnte / wird, zwar habe ich schon immer dieses Ziel vor Augen bin aber im Unterbewusstsein so voller Zweifel (an mir selbst) das ich mich so gar nicht richtig über das Näherrücken meines Ziels freuen kann. Von Affirmationen erzählte mir schon kürzlich eine Kollegin und ich glaube das mir das mit meinen Zweifeln gerade sehr helfen wird :-)

      Hier noch ein paar, wie ich finde sehr schöne und wahre, Zitate:

      “Lache und die Welt lacht mit dir, weine und du weinst allein.” - Oldboy (Film)

      “Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben.” - Abraham Lincoln

      “Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, daß du erreichen kannst.” - Paulo Coelho

    2. Heinz sagt:

      Ein hervorragender, praktisch anwendbarer Artikel zum Thema ! Danke !

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