Erfolg bei der Aktienanlage mit Andre Kostolany
9. Oktober 2008Andre Kostolany (1906-1999) war ein erfolgreicher und im deutschsprachigen Raum sehr bekannter Spekulant. Er teilte seine jahrzehntelange Erfahrung von den Aktienmärkten der Welt in Büchern und Interviews. Kostolany hat es durch die Spekulation nicht zum Milliardär geschafft, doch sein Vermögen genügte um ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen (er war nur Millionär) und man sollte seine Ratschläge befolgen, wenn man an der Börse erfolgreich sein möchte. Es gibt wirklich kaum einen Spekulanten, dessen Bücher einem Anfänger so sehr helfen wie die von Andre Kostolany. In diesem Artikel habe ich einige der Grundaussagen des Altmeisters der Börse zusammengefasst.
1.
Nicht die Ereignisse sind entscheidend für die Kurse, sondern die Reaktion des Publikums (=der Anleger) darauf. Ein gutes Beispiel dafür sind Terroranschläge. Die Anschläge vom 11.September rissen die Aktienkurse nach unten, aber die Anschläge in Madrid lösten lediglich einen kurzen Einbruch von 4 Tagen aus und hatten keinen großen Einfluss. Das ist auch der Grund, warum Kostolany sagt, dass die Moderatoren von n-tv und N24 keine Ahnung haben, wieso sich die Kurse nach unten oder oben bewegen - sie versuchen nur eine Erklärung zu finden, die logisch ist. Es ist sehr wichtig zu wissen, in welcher psychologischen Verfassung sich die Anleger befinden, um die künftigen Kurse voraussagen zu können. Oft kommt es vor, dass die Börse sich unlogisch verhält und alle im Dunkeln lässt.
2.
Die Kurse steigen, wenn es mehr Käufer gibt als Verkäufer, und sie fallen, wenn es mehr Verkäufer gibt als Käufer. Das hört sich zwar banal an, doch man sollte es immer im Hinterkopf behalten, wenn man an der Börse aktiv ist. Die Aktienkurse bewegen sich nicht durch die Prognosen von Experten oder gutes Wetter, sondern dadurch dass Menschen sich entscheiden Aktien zu kaufen oder zu verkaufen.
3.
Es ist besser antizyklisch zu handeln als das zu tun, was alle anderen machen. Besonders in Phasen der Übertreibung nach unten oder oben bieten sich mutigen Anlegern gute Gelegenheiten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Anlage in Internetunternehmen nach dem Platzen der DotCom-Blase. Es sieht ganz so aus als würden wir uns aktuell in einer Übertreibungsphase nach unten befinden. Clevere Anleger kaufen jetzt gute Unternehmen zu Schnäppchenpreisen und können sich in 2-5 Jahren auf ihren Gewinnen ausruhen.
4.
Um die Zukunft der Aktienkurse vorhersagen zu können (auch wenn man das nie mit absoluter Gewissheit kann), ist es notwendig die Liquidität (Steht ausreichend Geld zur Verfügung?), den Zins und die Investoren (Wer besitzt aktuell Aktien?) zu beobachten. Kostolany untescheidet zwischen den Hartgesottenen und den Zittrigen. Die ersten haben Geld und wirken stabilisierend, während die zweiten ein schlechtes Zeichen sind. Ein Beispiel für viele Zittrige im Markt waren die Jahre 1999 und 2000 als jeder glaubte mit Aktien ein Vermögen machen zu können.
5.
Wer ein erfolgreicher Spekulant werden will, sollte nicht VWL oder die stündlichen Aktienkurse studieren, sondern Philosophie und Massenpsychologie. Ich möchte noch hinzufügen, dass Kostolany sich zwar als Spekulant bezeichnet, aber seine Defintion von “Spekulant” ist keineswegs mit unvorsichtigem Spieler gleichzusetzen und ähnelt mehr einem Investor.
6.
Die Börse und die Wirtschaft entwickeln sich nicht parallel. Die Börse läuft der wirtschaftlichen Entwicklung vielmehr voraus. Kostolany vergleicht sie mit einem Hund, der nicht mit seinem Herrchen (der Wirtschaft) Schritt hält. Dieses Bild hilft oft den Überblick zu behalten und sich nicht zu sehr um das Tagesgeschehen zu kümmern.
Das sind nur einige der vielen Dinge, die man von Kostolany lernen kann. Er versteht es wirklich wie kein anderer über Geld nachzudenken und die Börse einfach und verständlich zu vermitteln. Kostolany’s Bücher sind für jeden empfehlenswert, der sein Geld an den Aktienmärkten anlegt und das sollte jeder tun, der ein Vermögen aufbauen will. Für den Anfang ist das kurze Buch “Kostolanys Börsenweisheit - 100 Tipps für Geldanleger” geeignet. Es bietet Antworten auf die wichtigsten und häufigsten Fragen, die fallen, wenn es um die Börse geht.
Das Buch “Die Kunst über Geld nachzudenken” ist auch sehr empfehlenswert und sollte in keiner Bibliothek eines angehenden Millionärs fehlen. Es ist ausführlicher als das vorherige und enthält Geschichten und Anekdoten, für die Kostolany so bekannt ist.

12. Oktober 2008 um 12:59